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Bitte besuchen Sie deshalb unsere Rubrik “Handel und Wandel“.

  • Freigeister nehmen zur Pandemie Stellung

     https://youtu.be/exSRDTnkpvI


  • Saatgut von samenfesten Sorten im deutschsprachigem Raum
    Foto und Text: BUND Region Hannover

    Jedes Jahr veranstalten in der Region Hannover die BUND Arbeitsgruppe Nutzpflanzenvielfalt, der VEN, Kleingartenvereine und die Gemeinschaftsgärtnerei Acker Pella Saatgutbörsen im Winter in Hannover. Die Termine werden rechtzeitig auf unserer Website veröffentlicht. Es gibt eine Vielfalt samenfester Gemüsesorten, insektenfreundlichen Blumen sowie Gründünger und viele Broschüren rund um das ökologische Gärtnern.

    Im deutschsprachigen Raum sind es Vereine wie der VEN, die Arche Noah in Österreich oder Pro Spezie Rara in der Schweiz sowie engagierte kleinere Züchter*innen, Gärtner*innen und Bäuer*innen, die sich um die Erhaltung von Kultursaatgut kümmern. Sie setzen noch auf das züchterische Handwerk und oft auf Regionalerzeugung. Wer auf der Suche nach Saatgut alter samenfester Sorten oder Biosorten ist, findet hier eine Auflistung von Vereinen und Saatguterzeugern (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) im deutschsprachigen Raum.


    Wenn Sie sich für die Erhaltung alter Sorten engagieren wollen und Kontakte und Saatgut suchen, dass samenfest ist (also kein Hybridsaatgut) oder alte, regionale Sorten, dann haben wir hier für Sie viele Links, wo Sie mehr dazu finden: Sowohl Vereine, die sich der Erhaltung von Saatgut widmen, sind hier aufgelistet als auch Bio-Saatgutzucht und Vermehrungsbetriebe. Es ist eine sehr positive Entwicklung, dass von immer mehr kleinen Betrieben und Vereinen samenfeste Sorten angeboten werden.

    http://www.gentechnikfreie-saat.org/

    Hier gibt es jetzt direkt eine Saatgutliste:
    http://www.nutzpflanzenvielfalt.de/saatgutliste/vorspann

    www.arche-noah.at

    https://vern-ev.de/

    www.bingenheimersaatgut.de

    www.bund-region-hannover.de
    BUND Aktiv "Nutzpflanzenvielfalt" - Dann bitte auf unsere diesjährigen Saatgutbörsen schauen

    www.dreschflegel-verein.de

    www.anhalonium.com

    http://samenbau-nordost.de/

    www.saat-gut.org

    www.kultursaat.org

    http://www.freie-saaten.de

    www.reinsaat.co.at

    www.sativa-rheinau.ch

    www.prospecierara.ch

    http://www.sativa-rheinau.ch/

    www.samenfest.de

    www.deaflora.de

    WILDBLUMENSAATGUT zur Förderung des Blütenangebots für Insektenvielfalt sowie Regio-Wildblumensaat sowie Gründüngermischungen für Acker und Garten gibt es in sehr guter Qualität bei.

    RegioWildblumensaatgut:
    www.rieger-hofmann.de

    Wildblumen:
    https://www.syringa-pflanzen.de/blumenwiesen-saatgut.html

    Regio Wildbienensaatgut:
    https://www.saaten-zeller.de/regiosaatgut/ug-1

    Gründünger-Mischungen für Acker und Garten:
    https://www.freudenberger.net/biosaatgut-arten.html

    Die Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit und unter folgendem Link von Demeter finden Sie weitere Betriebe, die Biosaatgut und samenfeste Sorten anbieten:

    https://www.gartenrundbrief.de/gr/informieren-biosaatgut

     

  • Schafft die Industrie ab!!!

    Die #Industrie wird künftig alle erneuerbaren Energien neben den herkömmlichen aufsaugen. Also schafft den #Moloch Industrie ab!!!

    Ob #Wasserstoff oder #Brennstoffzelle, in jedem Fall wird Menschen,Tieren+Pflanzen die #Lebensgrundlage entzogen zugunsten perverser #Industrieproduktion. IP


  • Weltweite wissenschaftliche Umfrage zum Thema künstliches Fleisch gestartet

    Würden die Verbraucherinnen und Verbraucher weltweit künstliches Fleisch in ihre Ernährung aufnehmen? Die Forschungseinrichtung WING (Wissenschaft und Innovation für Nachhaltige Geflügelwirtschaft) der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) unterstützt eine Studie französischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich dieser Frage widmet. Sie haben eine Studie initiiert, in der die Meinungen von Konsumentinnen und Konsumenten auf der ganzen Welt zu künstlichem Fleisch abgefragt und ihre Vorlieben und/oder Abneigungen erhoben werden. Das WING übernimmt die Ansprache der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher.Künstliches Fleisch ist ein sogenanntes Novel Food. Alternativ wird es auch als In-vitro-Fleisch, kultiviertes Fleisch, Laborfleisch, Clean Meat oder synthetisches Fleisch bezeichnet. Hergestellt wird es mithilfe tierischer Stammzellen, die in einer Nährlösung so behandelt werden, dass aus ihnen Muskelzellen entstehen. 

     

     

  • Landgericht Hannover: „Mord durch Stalker“

    Prozessauftakt:

    Freitag, 03. Juli 2020, 09:00 Uhr, Saal 127

    Die Staatsanwaltschaft legt dem Angeklagten heimtückischen Mord aus niedrigen Beweggründen zur Last: Der Angeklagte soll die später getötete Sophie N. im Juli 2017 kennengelernt und mehrfach versucht haben, mit ihr eine Beziehung zu beginnen. Aus Sicht des Opfers soll der Kontakt allerdings rein freundschaftlich geblieben sein; der Angeklagte soll sich zurückgewiesen gefühlt haben. Ab Dezember 2017 soll er deshalb begonnen haben, in die persönliche Lebenssphäre der Getöteten einzudringen und diese in sozialen Netzwerken – aber auch telefonisch und persönlich – zu belästigen und ihr nachzustellen. Am Abend des 11.01.2020 soll der Angeklagte über die Balkontür in die Wohnung der Getöteten in der Meterstraße in Hannover eingedrungen sein; zu diesem Zeitpunkt soll sich das Opfer im Badezimmer aufgehalten haben. Der Angeklagte soll die gänzlich arglose Geschädigte überrascht und sofort körperlich auf Sie eingewirkt haben, um sie zu töten. Unter anderem soll ihr der Angeklagte mehrmals mit voller Kraft ins Gesicht geschlagen und sie mit einem mitgeführten Elektroschocker und mit Pfefferspray traktiert haben. Aufgrund der Massivität der körperlichen Einwirkung soll es dem Opfer nicht mehr gelungen sein, sich zu wehren. Schließlich soll der Angeklagte die Geschädigte, die nach einem Sturz gegen die Badezimmerwand wehrlos am Boden lag, mit einem Klappmesser mehrfach in den Hals gestochen haben. Durch die Stiche soll die Halsschlagader durchtrennt worden sein. An den Folgen dieser Verletzungen soll das Opfer sodann kurze Zeit später verstorben sein.

     

  • Brombeerenschutz oder Notfallvorsorge?

    #Hannover. Seltsam. Die alten Gleisanlagen vom Lindener Hafen zum Heizkraftwerk Linden wurden über Jahrzehnte nicht schon längst abgerissen, sondern werden jetzt sogar frei geschnitten. Wer will denn das Geschwurbel über Natur- und Denkmalschutz glauben? Denkbar sind für mich doch eher Vorarbeiten für Energie-Transporte im Ernstfall. ip

    Die Stadt schreibt: Auf den Gleisen der ehemaligen Kohlebahn an der Rampenstraße in Linden werden ab Donnerstag (18. Februar) die Brombeeren zurückgeschnitten. Es handelt sich dabei fast ausschließlich um die invasive, neophytische Art Rubus armeniacus (Gartenbrombeere, armenische Brombeere). Die Arbeiten sind Teil des Projekts „Städte wagen Wildnis“. 

    Ziel sei es, die Wildnisfläche an der Kohlenbahn dauerhaft zu erhalten. Besonders an den Böschungen soll sich eine möglichst artenreiche Stadtnatur weiterentwickeln. Gleichzeitig soll die für die Kohlebahn besondere Synergie von Industrierelikt und urbaner Wildnis dauerhaft sichtbar bleiben.

    (Meine Anmerkung am Rande: Lieber Pressetextverfasser Dix, Brombeeren sind immer invasiv. IP) 

     

     


  • "Wir müssen die drohende Welle psychischer Krisen und Störungen verhindern"

    Mit früher Intervention gegen chronische seelische Erkrankungen

     Hannover, Lehrte, Sehnde, „Angsterkrankungen,  Depressionen, problematischer Alkoholgebrauch, Essstörungen und damit verbunden ein erhöhtes suizidales Risiko: die Corona-Pandemie trägt das Risiko einer gewaltigen Welle psychischer Krisen und Störungen in sich“, so Prof. Dr. Marc Ziegenbein, Chefarzt und Ärztlicher Direktor des Klinikum Wahrendorff, eine der größten psychiatrischen Einrichtungen Europas. Dabei machen dem Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie nicht nur die gefährlichen Wellen Sorge, sondern auch die ungeheure Sogkraft des zurückfließenden Wassers. „Neben den persönlich von psychischen Krisen betroffenen Menschen, werden Tausende von Menschen, Partner, Familie, Angehörige, Freunde etc. unter den Auswirkungen leiden.“

    In der Landeshauptstadt Hannover und in Sehnde sowie Lehrte bietet das Klinikum Wahrendorff in seinen Tageskliniken weitere Hilfsangebote an. Mit neuen innovativen Modellen werden Kontakte in der Corona-Pandemie reduziert und umfassende Hygieneregelungen schützen Patient*innen und Mitarbeitende. Anfragen für die Tageskliniken in der Borgentrickstraße, in Linden Schwarzer Bär, am Welfenplatz, in der Gartenstraße und in Sehnde sowie Lehrte können zentral über diese Telefonnummer gestellt werden: 05132 90-2929. Auch eine zentrale Online-Anfrage ist auf der Website des Klinikum Wahrendorff möglich. Mehr Informationen: www.wahrendorff.de

     

  • Vandana.Shiva@gmail.com Schreibt der Quantenphysikerin, wenn ihr die Vielfalt der Natur retten wollt

     https://twitter.com/ingeburgpeters/status/1361302272223965187?s=20 hier interviewt von Robert Kennedy jun.


  • Bitte kein #PlastikBashing der Verbraucher:innen!!!

    Zur Plastikherstellung wird Erdöl benötigt. Allein bei Hewing (Rettich-Gruppe) im münsterländischen Ochtrup werden auf 14 Produktionsstraßen bis zu einer Million Meter Plastikrohre am Tag produziert (Jährlich 150 Millionen Meter). Zwei Elektronenbeschleuniger im Kellerbunker vernetzen dazu nebeneinanderliegende Atome.

    Nichtsdestoweniger bezichtigen Betriebsräte von Plastikfirmen (jede Firma ist ja dankbar, solche Marionetten zu haben), die Verbraucher*innen (hier bemühen sie ausnahmsweise ganz selbstverständlich das Gendersternchen, weil es um Anklage geht) als unfähig, den Aludeckel vom Joghurtbecher zur Wiederverwertung abzulösen.

    Dabei stammen geschätzt 86 Prozent des Plastiks in Flüssen und Ozeanen aus Asien, an dessen Export unsere deutsche kunststoffverarbeitende Industrie 2018 rund 66 Milliarden Euro verdiente, und der Umsatz soll weiterhin explodieren.

    Plastik ist Schlüsselwerkstoff für E-Mobilität und Erneuerbare, Luft- und Raumfahrt, Medizin und Hausbau. Die Pandemie ließ die dafür nötige Plastikproduktion ebenfalls anschwellen.

    Die treuen deutschen Pfandsammler hingegen sammeln 99 Prozent der PET-Flaschen wieder ein und sind auch für die Glasindustrie unentbehrlich.

    ChemCycling von BASF verwandelt zwar mit ihrer neuen, 14 Mio. Euro teuren, Anlage Plastikabfälle wieder in einen brauchbaren Rohstoff, um fossile Rohstoffe zu ersetzen, aber wozu? Für noch mehr Umsatz. 

    So what? Covestro in Leverkusen will Erdöl mit CO2 ersetzen. Mit solchen nachhaltigen Initiativen sollten sich die Medien befassen, um Bürgerinnen und Bürger in ihrer Angst ums Überleben zu informieren.

    Und die Wahrheit veröffentlichen: Der industrielle Verbrauch an Plastik explodiert ungebrochen.

    Ingeburg Peters

     

     

  • Dantes Inferno statt Leibniz' Theodizee

    Bis November Vorträge ueber #Dante in der Leibnizkirche #Hannover, seiner Liebe zu Beatrice, der Göttlichen Komödie+wie er sich das Inferno der Hölle vorstellte. Was das nun in einer evangelischen Kirche zu suchen hat? Wieder so ein geklautes Prestigeprojekt der "Gebildeten" in der Kirche des hannoverschen Königshauses, das seine "Leihgaben" zurück will, statt für Arme? Und wenn schon ein derartig intellektueller Diskurs von Politik und Religion zum 700.Geburtstag von Dante in #Hannover, warum dann nicht in der Heimatstadt von #Leibniz eine ausführliche künstlerische Würdigung seiner #Theodizee. Ingeburg Peters 

    #Leibniz vertritt in seiner #Theodizee die steile These, die bösen Taten der Menschen könnten letztlich in den Kosmischen Plan integriert sein. Sprich: Atom, CO2, Kriege, #Naturzerstoerung als riesiger Testballon namens Erde des Alls, auch wenn alles dabei drauf geht? Gute Nacht.

    Seit ichs #Dichterdenkerprojekt #Hannover begann, kramen nun hiesige Intellektuelle Geburts-oder Todesdaten großer Denker hervor, wohl um eine gewisse Eigenständigkeit gegenüber meiner Initiative zu beweisen...

     



  • Die männliche Pistole

     #Hannover. Am besten gefällt mir am #lockdown,dass das #Bordell um die Ecke geschlossen ist+die #Huren HartzIV +#Ausstiegshilfen bekommen. "Die sind extrem sauber", sagten ihre #Putzfrauen. Verständlich bei den oft extrem dreckigen #Freiern, die man beim Gassigehen schon mit Pistolen sah. Ip


  • Weg mit der Weltbevölkerungsuhr!

     #Hannover. photos.app.goo.gl/bWiEfUpupjUuiB die #rassistisch-faschistische Weltbevölkerungsuhr,die vom Platz der Weltausstellung vor das HDI-Stadion umsiedelte,muss gegen eine der täglich verschwindenden Tierarten+Pflanzen umgetauscht werden. Sie weckt Aggressionen in die falsche Richtung. I. P.

    Zuwendungen,die mehr als 10% der Gesamtjahreseinnahmen der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW),gegründet in Hannover, ausmachen, hat die #DSW im Jahr 2016 von der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung bekommen.Der größte #Kriegsterrorist sind aber die #USA. Was sagt Kapitänin Carola Rackete dazu? 

Ich = Ich + Du

Ich = Ich + Du

Jedes private Besitztum ist mit einer sozialen Hypothek belegt…

 

Von Unica Peters

 

Die hispanische Befreiungstheologin und Feministin Ada María Isasi-Díaz über „Solidarity – The Social Contract of the 21st Century“.

Prof. Isasi-Díaz verdeutlicht anhand der Leitwerte der französischen Revolution –liberté, égalité, fraternité die Notwendigkeit von Solidarität.

Der auf das Prinzip der Solidarität verweisende Wert der Brüderlichkeit ist laut Isasi-Díaz als einziger der drei Begriffe in unserer westlichen Welt nicht als Gesetz kodifiziert worden. Dabei ist Solidarität in Zeiten der Globalisierung unabdingbar, um Gerechtigkeit zu erreichen. Verstanden ist Solidarität hier als gemeinsame Verantwortung und gemeinsame Interessen. Bedürftige und Besitzende sind intrinsisch miteinander verbunden; Menschen sind soziale Wesen.

Wir gehen moralisch und auch wirtschaftlich zugrunde, wenn wir uns von den Menschen der „Dritten Welt“ nicht zum Nachdenken über unseren Lebensstandard herausfordern lassen. Zu ihnen stehen wir in einem beidseitigen Abhängigkeits-Verhältnis.

Wir tragen Verantwortung füreinander und haben Anspruch auf gegenseitige Unterstützung. Deswegen geht Solidarität ihrer Struktur nach deutlich über Wohltätigkeit hinaus, auch wenn Letztere nichts Schlechtes ist.

Solidarität bedeutet nicht, zu applaudieren, wenn Unterdrückte

für ihre Rechte kämpfen. Solidarität bedeutet, sich den kritischen

Anfragen und den Forderungen nach Unterstützung, mit denen

sie sich an uns Privilegierte wenden, zu stellen.

Dass die Armen und Schwachen dieser Welt solche Erwartungen

und Wünsche haben, beschrieb Ada María Isasi-Díaz am Beispiel

einiger katholischer Nonnen in einem ländlichen Teil Südamerikas,

die sie auf einer Reise besuchte.

Kurz vor der Abfahrt berichteten die Frauen, ihnen fehlten die Mittel,

um ihre jungen Schutzbefohlenen für die Schule auszurüsten.

Sie begnügten sich nicht damit, für ihr Engagement gelobt zu werden,

sondern sie baten Frau Isasi-Díaz, ihre persönlichen Möglichkeiten

der Unterstützung auszuschöpfen. Daraus wurde ein Spendenappell,

der einige Mittel einbrachte.

Das Entscheidende an der Situation war die gleichberechtigte Begegnung.

Spenden zu sammeln oder Protestbriefe zu schreiben ist kein Akt der

Güte und Muße, sondern das Eingeständnis, mit dem Rest der Welt verbunden zu sein.

Unser Ich ist nicht vollständig ohne ein Du.

Ohne unser Gegenüber sind wir nicht wir selbst.

Arme und unterdrückte Menschen existieren nicht unabhängig

von unserer Situation. Weil wir wir sind, sind sie sie.

Dabei gilt zu bedenken, dass Armut ein politisches Problem ist.

Wir haben uns unsere Privilegien nicht mit eigener Hand genommen.

Aber um wir selbst zu sein und uns selbst zu erkennen, müssen wir

uns unserer privilegierten Lebensumstände bewusst werden und

die Konsequenz daraus ziehen:

Wir sind moralisch dazu verpflichtet, Verantwortung für unseren

Reichtum zu übernehmen und uns für die Anliegen der Armen zu öffnen.

Die „Occupy“-Bewegung in den USA etwa hat die Diskussion über

den Kapitalismus verändert, und Frau Isasi-Díaz sympathisiert

mit der Idee einer „Occupy Faith“-Bewegung, die eine ähnliche

Gesellschaftskritik zugunsten eines fairen Miteinanders ins

Zentrum des christlichen Glaubens stellt.

Dem neoliberalen Trend der Privatisierung stellt sich

zum Beispiel die US-Finanzexpertin Elizabeth Warren entgegen,

die auch eine 2010 von Präsident Barack Obama bewilligte

Verbraucherschutzbehörde für Finanzprodukte durchsetzte.

Schließlich fahren auch Millionäre, die sich aufgrund ihrer

finanziellen Mittel als über staatliche Versorgungssysteme

erhaben fühlen, auf Straßen, die mit Steuergeldern finanziert wurden.

Frau Isasi-Díaz erwähnte in diesem Zusammenhang auch die

Äußerung Johannes Paul des II., jedes private Besitztum sei mit einer sozialen Hypothek belegt.

Wie soll nun eine Befreiung aussehen?

Eine gesunde, solidarische (Welt-)gesellschaft zeichnet sich

für die Vortragende aus durch „fullness of life“.

Dies entspricht dem, was Indigene in Südamerika unter

el buen vivir verstehen: Gut (als Adverb verstanden!) zu leben

bedeutet demnach, dass Menschen, Gemeinschaften und

die Natur in Harmonie leben, einander respektieren und keine Gewinne

auf Kosten der anderen Mitglieder der Gemeinschaft anstreben.

Auch im Königreich Bhutan setzt man dem Gewinnstreben

andere Werte entgehen: statt dem Bruttosozialprodukt

ist hier das aus vier Säulen und acht Indexen basierende Prinzip des

„Bruttosozialglücks“ Maßstab für Glück und Zufriedenheit.

Das Beispiel des nach westlichen Maßstäben wirtschaftlich

unter­entwickelten Königreichs Bhutan wirft außerdem

die Frage nach Sinn und Ziel von Entwicklungspolitik,

und Entwicklungszusammenarbeit als Alternative, auf.

Martha Nussbaum, Philosophin und Professorin

für Rechtswissenschaften und Ethik an der University of Chicago,

entwickelte in diesem Bereich in den 1980er Jahren gemeinsam

mit Amartya Sen den „Fähigkeiten-Ansatz“,

der Fähigkeiten (im Sinne von substantiellen Freiheiten wie einem

langen Leben, Beteiligung an wirtschaftlichen Transaktionen

und politischer Teilhabe) als konstitutive Bestandteile

von Entwicklung ansieht und Armut als Entzug von Fähigkeiten definiert.

Die von Isasi-Díaz aufgegriffenen Themen zeigen,

dass Solidarität auf der Ebene der Werte und Maßstäbe ansetzen muss.

Solidarität entsteht und wird notwendig, weil wir soziale Wesen sind.

Sie ist ein menschlicher, kein allein christlicher Wert.

Die anfangs erwähnte, beidseitige Beziehung zwischen

Angehörigen der Ersten und der Dritten Welt braucht

keine Intimität oder Vertrautheit, um funktionieren zu können.

Auch aus Gebieten, die weit von uns entfernt sind, erreichen

uns Botschaften, Ansprüche und Erwartungen.

Wir wissen um die Verknüpfungen unseres Wohlstandes

mit der Armut in der Welt. Wenn wir unserer Verantwortung

gerecht werden wollen, können wir

keinen „individuellen“ Weg gehen und uns

der beidseitigen Beziehung entziehen.

Aber auch in unterprivilegierten Gruppen entsteht

Solidarität nicht automatisch. Isasi-Díaz berichtete

hier von Latinas in den USA, die sich aufopfern,

um ihren Kindern den Besuch Oberschule oder

sogar der Universität zu ermöglichen.

Die nun gebildeteren Kinder schämen sich oft

für die Einfachheit ihrer Mütter, anstatt ihnen dankbar zu sein.

Als Einwanderer zweiter Generation meinen sie,

sich in die Erste Welt einkaufen und anpassen zu müssen.

Häufig entwickeln sie erst mit Heirat und Familiengründung

ein Bewusstsein dafür, dass ihre eigene Stellung

auf der Unterstützung der Müttergeneration beruht.

Im Sinne der Solidarität wäre es für diese jungen Amerikaner wichtig,

sich weiterhin in ihrer Herkunftsgemeinschaft verwurzelt zu sehen

und zu versuchen, dieses Prinzip der gegenseitigen Hilfe in ihrem

neuen gesellschaftlichen Umfeld zu etablieren.

 

Natürlich können wir nicht in allen Lebensbereichen gleichermaßen

Verantwortung für unsere Privilegien übernehmen und uns

solidarisch mit den sozial und wirtschaftlich Unterdrückten zeigen.

Aber wir können Schwerpunkte in einigen Bereichen setzen.

Auch unser Leben im materiellen Sinn zu vereinfachen kann helfen,

das „wir“ zu entdecken.

An dieser Stelle kommt eine wichtige Frage auf: Wie sollen

wir mit den Unterdrückern, den Reichen, umgehen?

Frau Isasi-Díaz stimmt zu, dass dies ein heikler Punkt sei.

Sie wies darauf hin, dass es auch unter den Superreichen Menschen gibt,

die sich in der Verantwortung sehen, etwa Warren Buffet und Bill und Melinda Gates,

die seit Jahren nicht nur die Zinsen, sondern auch die Substanz

ihres Vermögen in private Wohltätigkeitsstiftungen investieren.

Generell wird es aber wohl schwer sein, den Superreichen zu vermitteln,

dass sie den Rest der Gesellschaft (also sowohl uns als Mittelschicht,

als auch die Ärmsten) brauchen.

Ada María Isasi-Díaz bezeichnet sich denn auch ganz offen

als historische Utopistin, die fest an das „Wir“-Gefühl glaubt, weil sie es z.B. in indigenen Gemeinschaften erlebt hat.

Ada María Isasi-Díaz ist Prof. em. für Ethik und Theologie

an der Drew University, New Jersey.

Kontakt: aisasidi@drew.edu.

Homepage: http://users.drew.edu/aisasidi/.

Ihr neues Buch, das die im Vortrag vorgestellten Ideen entwickelt,

wird 2013 unter dem Titel Justicia:

A Reconciliatory Praxis of Care and Tenderness bei der Fortress Press erscheinen.


[2] http://en.wikipedia.org/wiki/Conacami, Abschnitt „Mission and Vision“,

[3] http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigreich_Bhutan,

Abschnitt „Wirtschaftliches Gefälle“, abgerufen ab 10.01.12.

Berichte über Bhutan gibt es laut Isasi-Díaz regelmäßig auf aljazeera.com.

[4] http://en.wikipedia.org/wiki/Martha_Nussbaum, Abschnitt „The Capability approach“,

Frau Isasi-Díaz empfiehlt hierzu auch Nussbaums 2000

bei der Cambridge University Press erschienenes Buch Women and Human Development.

Making Sex Revisted

Journalistisch hochinteressant fand ich vor einiger Zeit einen Artikel in der Hauszeitung der Medizinischen Hochschule Hannover, dass jährlich durchschnittlich 20 Geburten ohne genaue Geschlechtsbestimmung dort stattfinden (allein schon dort 20!). So habe zum Beispiel ein Mädchen eine zum Penis mit Hoden ausgebildete Klitoris. Die Haussoziologin bedauerte in einem ergänzenden Artikel, dass die gesellschaftlichen sexuellen Zuschreibungen den Eltern dieser Kinder das Leben schwer machen, weil das jeweilige Geschlecht gleich nach der Geburt mit einem Ballast von unterbewussten Zuordnungen bedacht wird.

Zu diesem Thema hat der hannoversche Diplom-Biologe Heinz-Jürgen Voß jetzt ein Buch im Rahmen seiner Promotion zum Dr.phil vorgelegt: Making Sex Revisted, Dekonstruktion des Geschlechts aus biologisch-medizinischer Perspektive, erschienen bei transcript in Bielefeld. Voß lehrt zu Geschlecht und Biologie an verschiedenen Universitäten.

Voß beschreibt das “Ein-Geschlechter-Modell” in der Antike, wonach der Mann die vollkommenere Version durch die nach außen gestülpten Geschlechtsteile ist. Aber auch die darauf folgende Einteilung in zwei Geschlechter sei gesellschaftlich bedingt.

Das Buch ist relativ mühsam zu lesen, ich habe es erst zur Hälfte durch, und in dieser wird vor allem der soziale Aspekt beleuchtet, den frau ja schon zur Genüge aus der feministischen Literatur (zum Beispiel von Judith Butler) kennt: Dass Aristoteles die Frau zum Mängelwesen erklärte und so weiter und so fort, nirgends ein toleranter Lichtblick in der Geschichte des weiblichen Geschlechts bis weit vor unsere Zeitrechnung zurück. Und wenn man das bei C.H. Beck erschienene Buch “Die Hälfte des Himmels” kennt, weiß frau, dass das 21. Jahrhundert nicht besser ist. Auch die eigene Erlebenswelt lässt diesbezüglich keine Fragen offen.

Dabei soll es doch eigentlich in dem  Buch um den biologischen Aspekt von Menschen uneindeutigen Geschlechts gehen. Vielleicht wird das ja noch im zweiten Teil näher beschrieben.

Ich werde also zu gegebener Zeit diese Rezension ergänzen, dass das möglich ist,  ist ja das Schöne am Internet. ip

Zur Diskussion zur Verfügung steht auch das Blog
Das Ende des Sex: Biologisches Geschlecht ist gemacht

Interview mit Klaus Theweleit über Elternzeit

Die Quadratur des Kreises:
Wenn die Eltern
gemeinsam arbeiten und erziehen…

 

Es herrscht eine große Unlust unter den jungen Leuten, Kinder zu bekommen. Immer mehr potentielle Eltern trauen sich Kindererziehung überhaupt nicht mehr zu und haben Angst vor beruflichen und finanziellen Einschränkungen. Einen der Nestoren in Sachen Gleichberechtigung, Klaus Theweleit, Verfasser des  Buches “Männerphantasien” über die männliche Eroberungskultur (Piper-Verlag), der kürzlich einen viel beachteten Vortrag mit anschließender Diskussion in Hannover dazu hielt, befragte ich dazu, wie Monika Theweleit und er ihr Familienleben gestaltet haben.
Als neueres Beispiel gleichberechtigter Kindererziehung dient ja auch Arbeitsministerin von der Leyen mit 7 Kindern und mithelfendem Mann. Zum Schluss Informationen ihres Ministeriums dazu.

Ingeburg Peters: Wie hat sich der Rollentausch über die Jahrzehnte hin auf Ihre Beziehung ausgewirkt?
Theweleit: „Rollentausch” ist nicht ganz richtig. Es handelt(e) sich um Arbeitsteilung. Meine Frau hat halbtags in der Kinder- und Jugendpsychiatrie gearbeitet, vormittags. Ich bin mit Sohn zu Hause geblieben und habe, so weit immer möglich, an meiner Dissertation gearbeitet. Regel dabei: das Kind geht vor.

Einer war immer für die Kinder da

Mittags habe ich gekocht; und das auch so beibehalten, als die Kinder (ein weiteres war dazugekommen) im Kindergarten und in der Schule waren. Nachmittags, wenn meine Frau zu Hause war, konnte ich die nötigen Bibliotheks-Besuche machen, Kopieren etc. oder auch mit den Kindern ins Schwimmbad gehen oder ähnliches. So war (mindestens) einer von uns immer für die Kinder da, manchmal auch beide. Seit die Kinder in Kindergarten bzw. Schule waren, lag meine tägliche sichere Zeit fürs Arbeiten zwischen morgens 8 Uhr (wenn alle aus dem Haus waren) und ca. 12 Uhr 30, wenn es Zeit fürs Kochen wurde. – wenn nicht eins der Kinder krank war und Arztbesuche anstanden. An den Wochenenden hat meine Frau überwiegend gekocht. Ich konnte etwas länger am Stück arbeiten. Abends dann meistens Besuche, Freunde, Kino oder ähnliches. Keine für abends eingeplante Arbeitszeit.

Zeiträume

diszipliniert nutzen

Diese Aufteilung der Arbeit mit den Kindern, Bringen zum und Abholen vom Kindergarten, Elternabende in der Schule, Anschauen der Hausaufgaben, Lernen mit den Kindern, wenn nötig, Kontakte mit anderen Eltern und den Freunden der Kinder,  und was sonst alles noch dazu gehört, haben wir 25 Jahre lang so praktiziert, dass größere Konflikte nicht entstanden. Ende der 70er Jahre begann meine Frau eine Ausbildung zur Psychoanalytikerin (DPV); das schloss eine mehrjährige Lehranalyse und abendliche Seminare ein; ich war dann zu Hause, was mir nicht sehr schwer fiel, da ich bis zu meinem 30. Lebensjahr so gut wie jeden Abend auswärts, in der Kneipe oder mit Freunden und Genossen verbracht habe; mein Bedarf in dieser Hinsicht also einigermaßen gedeckt war.
Weder hat die berufliche Weiterbildung meiner Frau, noch hat die Weiterentwicklung meines Schreibens unter den Arbeitsansprüchen des jeweils anderen gelitten.

Beide hatten ihre eigenen Bereiche

Eher im Gegenteil: zwar ist es unserer Meinung nach für eine solche funktionierende Arbeitsteilung unerlässlich, dass jede(r) seinen eigenen Bereich hat; die eigenen Kontakte und Freundschaften im eigenen Arbeitsbereich, wo der andere nichts hineinzureden hat.
Peters: Dennoch sind Sie der berühmtere Ehepartner geworden.
Theweleit: Im Lauf der 80er hat meine Frau neben der Kliniktätigkeit in eigener psychoanalytischer Praxis zu arbeiten begonnen; seit ca. 10 Jahren arbeitet sie nur noch selbstständig in ihrer Praxis. Umso schöner ist diese wechselseitige Selbstständigkeit, wenn beide Bereiche sich zusätzlich berühren bzw. überschneiden. So hat mein Schreiben, da zu großen Teilen psychoanalytisch ausgerichtet, immer von der Arbeit und den Kenntnissen meiner Frau profitiert. Konkret: sie ist die erste Leserin und Kritikerin der meisten meiner Texte (abgesehen von kleineren journalistischen Arbeiten, die manchmal auch so rausgehen). Während sie ebenso an den Weiterungen meiner Arbeit, besonders in den Kunstbereichen, partizipiert. Womit die Frage der „Berühmtheit” angegangen wäre. Ich habe in meinen Büchern immer betont, dass meine spezifische Art zu Schreiben als ein Koprodukt aus unserer Art der Beziehung, nicht nur der intellektuellen, angesehen werden soll. Die Beziehung zu den Kindern eingeschlossen und die zu den Freunden auch (was manche Leser meiner Bücher „nervt” – wozu immer die Erwähnung dieser Monika da; andere aber entsprechend anspricht). Denn: natürlich sind wir seit den frühen 70ern vorwiegend mit Leuten in Berührung (wenn auch seit Mitte der 80er nicht mehr in WG-artigen Wohnformen), die ein ähnliches Lebensmodell zu leben versuchen; also auf der Grundlage möglichster Gleichheit zwischen allen Beteiligten. Es gibt mehr solcher Menschen als man gemeinhin denkt (bzw. als das, was die Statistiken zu denken nahelegen). Diese Menschen leben allerdings in keiner Form irgendeiner öffentlichen Publicity.

Vergnügliches Lernen mit Kindern

Andererseits: mich hat es immer gewundert, dass nicht mehr Männer die Arbeit mit ihren Frauen entsprechend teilen. Es geht ja gar nicht darum, dass ein Teil für den anderen sein „öffentliches Leben” total aufgibt; es geht durchaus für beide (auf den Pferdefuß komme ich gleich). Es sind auch nicht primär die beruflichen (angeblichen) Karrierehindernisse. Es sieht vielmehr so aus, dass ein Großteil der Männer seine etwas blöden Gratifikationen aus den jeweiligen Männerclubs, Sportclubs, Saufclubs, Raufclubs nicht aufgeben will – aus Angst, eine nähere Arbeits- und Lebensbeziehung zu ihren Frauen würde ihnen nichts Gleichwertiges bieten; so dass sie vor ihrer Männerhorde als irgendwie in ihrer Freiheit Beschnittene dastehen würden. Das hält Mann bei uns schlecht aus – und gibt sich mit den dürftigen (und oft auch konkurrenten und sehr neidischen) Pseudogratifikationen des allgemeinen Kerle-Vereins zufrieden. Tragisch (denn Männer sind in aller Regel nicht sehr freundlich untereinander)! Ihnen entgeht eine Menge, wovon sie nichts ahnen; besonders im engen Umgang mit Kindern, der für mich immer eine Quelle ständigen Lernens war; eines vergnüglichen Lernens.

Der Pferdefuß ist

die schlechte Rente

Der Pferdefuß? Nicht die Ungleichheit im »öffentlichen Bekanntsein«. Darauf war meine Frau nie scharf. Und ich reiße mich nicht um Talkshows. Der Nachteil liegt im Finanziellen. Halbtagsarbeit in der Klinik bedeutet: halbe Rente. Nicht bis 65 dort durchgearbeitet zu haben bedeutet: weitere Rentenminderung. Und Leben als Schriftsteller mit Künstlersozialkasse bedeutet: Rentenbeiträge auf unterster Stufe.
Von der Alterssicherung war bisher die Arbeitsteilung in der Kindererziehung in den meisten Fällen nachteilig, von der Arbeitsform her aber bestens.

 

Und hier der
neueste Stand der Rechtslage

Zur Berücksichtigung von

Kindererziehungszeiten

in der Rentenversicherung:

Zeiten der Kindererziehung nach § 56 Sechstes Buch Sozialgesetzbuch (SGB VI) führen für Mütter und Väter in der gesetzlichen Rentenversicherung zur Versicherungspflicht. Die Rentenbeiträge dafür werden nicht vom Versicherungspflichtigen, sondern vom Bund gezahlt.
Diese Zeiten wirken rentenbegründend und rentensteigernd wie Pflichtbeitragszeiten aufgrund einer Erwerbstätigkeit. Bei Geburten vor 1992 umfasst die Kindererziehungszeit ein Jahr, bei Geburten ab 1992 beträgt sie drei Jahre. Sie werden mit 100 Prozent des Durchschnittsentgeltes aller Versicherten im jeweiligen Erziehungsjahr bewertet.
Die Zeiten der Kindererziehung können selbst dann angerechnet werden, wenn die Eltern während dieser Zeit einem anderen Alterssicherungssystem angehört haben. Voraussetzung ist jedoch, dass sie in dem anderen Alterssicherungssystem nicht annähernd gleich berücksichtigt werden wie in der gesetzlichen Rentenversicherung. Von dieser neuen Regelung profitieren vor allem Mitglieder berufsständischer Versorgungseinrichtungen.
Anmerkung der Redaktion: Berufsständische Versorgung im engeren Sinne ist die auf einer gesetzlichen Pflichtmitgliedschaft beruhende Altersversorgung für kammerfähige freie Berufe (Ärzte, Apotheker, Architekten, Notare, Rechtsanwälte, Steuerberater beziehungsweise Steuerbevollmächtigte, Tierärzte, Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer, Zahnärzte sowie Psychologische Psychotherapeuten  und Ingenieure).
Die Kindererziehungszeit wird nur einem Elternteil zugeordnet – demjenigen, der das Kind überwiegend erzogen hat. Erziehen die Eltern ihr Kind gemeinsam, ohne dass der Erziehungsanteil eines Elternteils überwiegt, erhält grundsätzlich die Mutter die Kindererziehungszeit. Soll der Vater die Kindererziehungszeit erhalten, obwohl er das Kind nicht überwiegend erzieht, müssen sie für die Zukunft eine übereinstimmende gemeinsame Erklärung abgeben. Diese Erklärung kann auch rückwirkend, höchstens jedoch für zwei Kalendermonate, abgegeben werden.
Neben Beitragszeiten wegen Kindererziehung können Eltern auch sogenannte Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung nach § 57 SGB VI erhalten. Diese erleichtern den Zugang zu einer Rente. Die Berücksichtigungszeit für Kindererziehung beginnt mit dem Tag der Geburt und endet mit dem Monat der Vollendung des zehnten Lebensjahres des Kindes.
Kinderberücksichtigungszeiten werden wie Kindererziehungszeiten nur einem Elternteil zugeordnet – demjenigen, der das Kind überwiegend erzogen hat.