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Bitte besuchen Sie deshalb unsere Rubrik “Handel und Wandel“.

  • Das Getto klammert sich an den Strohhalm?
    #Hannover. Buergerbeteiligung an der Durchwegung IhmeZentrum?
    Es gibt zwei Zettel-Kästen für Vorschlag 1 und 2. Und standardisierte Bilder, aus denen niemand recht schlau werden kann.
    Alles nur zum Sand in die Augen streuen, dass die öffentliche Hand wieder einmal herhalten muss, wie schon beim Anlegen des taubenkotverseuchten Uferweges?
    Beeinflusst Verwalter Torsten Jaskulski Bewohner, vor allem gegenüber alternativen Medien und Opposition keine Aussagen zu machen?
    Als vor Jahren Studenten die inzwischen vorübergehend der "Galerie Brutal" freigegebenen Räume neben Sportschule Lee besetzten, ließ er die Staatsgewalt in Form eines Dutzends Polizisten mit kugelsicheren Westen aufmarschieren...

    Bevor der Stadtteilpark gegenüber gefällt wurde, gab es auch reichlich Versammlungen. Anwohnerin Cordula Luedtke-Eichhorn, Gruenderin, Namensgeberin und federführend in der Aktionsgruppe "Calenberger Loch" (mithilfe meiner Texte) nahm den langen Marsch durch die Institutionen auf sich, um die Abholzung herrlicher alter Baeume zu verhindern, bis sie vor horrenden Rechtskosten kapitulieren musste. Umsonst. Sie wurde später mit einer Einladung zum Bundespräsidenten abgespeist...
    Solche Beruhigungspillen sind altbewährt. Ich hingegen fand mich plötzlich vom Amt für Repräsentation Hannover von der Liste gestrichen, auf der ich zuvor jahrelang stand. Mein Ansatz: Wenn der Staat weiterhin Zombie-Unternehmen toleriert, geht der Untergang weiter wie bisher. 

    Heute werden die neuen jungen ErsatzBäumchen an den Tropf von Plastikbeuteln gehängt, um zu ueberleben...

    Und versuchen Sie besser nicht, hier nachts an der Ihme oder irgendwo anders rund ums #Ihmezentrum entlang zu gehen... Schon am Tage ist es eine Mutprobe. Iptextfoto
    Im Hotspot Ihmepassage 4 /Am Ihmeufer hausten schon Ruestungsinvestor Carlyle, Intown und Developer Engel.  BNP Paribas, Global Player in Vermögensanlage und RealEstate, ist auch noch da, sowie Zwangs- und Immobilienverwaltung. 

  • Urlaubsfabulieren
    Habe die gelbschnabelsturmtaucher, eine vom aussterben bedrohte albatross-Art, im einsamen süden der Insel La graciosa nie zu Gesicht bekommen.
    Nachts hub ein grausiges Jammern rings ums Igluzelt an. Traute mir erst morgens einen Blick nach draußen zu, aber da waren nur noch unzählige krallenabdruecke im Sand zu sehen. Nach dem Urlaub ermittelte ich sie anhand einer Tonbandkassette "Welcher Vogel ist das".
    Bin zur Zeit mit einem alten Hund verheiratet, mit dem Ahorn verlobt, mit Spatzen befreundet, wenigen Schmetterlingen und Bienen bekannt.

    Stay home and bail the planet out! Ip
    https://youtu.be/d97uQCDV29I

    https://youtu.be/cElms70waOw

    Klingelton: https://youtu.be/MLU7UiFxMNA





  • Umweltschadstoffe wie Ozon lagern sich an Pollen an und machen sie zunehmend aggressiver

    Heuschnupfen: Anteil der 15- bis 19-Jährigen am größten 

    Hannover– Nicht enden wollende Niesattacken, juckende, gerötete Augen: Gräserpollen haben derzeit Hochsaison. Besonders gebeutelt: Die 15- bis 19-Jährigen. Laut einer Datenanalyse der KKH Kaufmännische Krankenkasse für das Jahr 2018 ist der Anteil an Heuschnupfengeplagten in dieser Altersgruppe am größten. Jeder zehnte Jugendliche beziehungsweise junge Erwachsene ist mittlerweile betroffen (10,4 Prozent). Insgesamt diagnostizierten Ärzte 2018 bei rund 143.000 KKH-Versicherten jeden Alters Heuschnupfen. Hochgerechnet auf ganz Deutschland sind das rund 6,6 Millionen Betroffene.

    In NRW und Hessen leben die meisten Heuschnupfennasen
    Viel Natur gleich mehr Pollenflug – diese Rechnung geht nicht auf, denn in Bundesländern mit Ballungsräumen wie Nordrhein-Westfalen und Hessen ist der Anteil der Heuschnupfennasen am größten (8,4 beziehungsweise 8,5 Prozent). In keinem anderen Bundesland ist zudem die Zahl der verschriebenen Antihistaminika höher als in NRW (rund 10.000 Verordnungen im Jahr 2018). In Bundesländern mit vorwiegend ländlichen und küstennahen Gebieten wie Thüringen und Schleswig-Holstein registriert die KKH hingegen mit 6,8 beziehungsweise 7,1 Prozent die wenigsten Allergiker. In Thüringen ging die Zahl der Antihistaminika-Rezepte in den vergangenen Jahren sogar leicht zurück. Einer der Gründe für diese Entwicklung ist laut Forschern die größere Luftverschmutzung in den Städten. Das Klimagas Kohlenstoffdioxid (CO2) beschleunigt das Pflanzenwachstum und somit auch die Pollenproduktion. Außerdem lagern sich Umweltschadstoffe wie Ozon an den Pollen an und machen sie zunehmend aggressiver.

    Bei Verdacht auf eine Pollenallergie rät die KKH, bei einem Spezialisten einen Haut- und Bluttest durchführen zu lassen. Rasches Erkennen und Behandeln ist wichtig, damit aus einem Heuschnupfen kein allergisches Asthma wird. Weitere Tipps, um juckende Augen und Niesattacken zu vermeiden:
    • Pollenflugvorhersage beachten und bei Aufenthalten im Freien entsprechend berücksichtigen
    • Pollenschutzgitter an den Fenstern anbringen
    • Pollenfilter im Auto installieren
    • Nase mit Hilfe einer Nasendusche spülen
    • Kleidung nicht im Schlafzimmer ausziehen
    • Vor dem Zubettgehen Haare waschen
    • Fenster nachts schließen
    • Urlaub in pollenarmen Regionen wie im Hochgebirge oder am Meer verbringen
    • Stark heuschnupfengeplagte Sportler sollten ihren Trainingsplan mit einem Allergologen absprechen und diesen nach der Pollenbelastung in der Luft ausrichten
    • Wenn möglich direkt während oder nach einem Regenschauer trainieren
    Dies ist eine Presseinformation, kopiert und eingefügt 


  • Toenniesberg
    SPD-Sigmar Gabriel  war Berater der SchweinefleischFirma Toennies. Passt doch.

    #Hannover. Nach dem 2.Weltkrieg wurde aufgrund der verkehrsgünstigen Lage zum Güterbahnhof+Schnellwegen, wie Westschnellweg,am #Tönniesberg der #Großmarkt Hannover errichtet und Nein,der Name existiert seit dem 18.jhdt.nach dem hl. Antonius, nicht nach dem #schlachtbetrieb #toennies



  • Strafanzeige gegen SIG Sauer wegen illegaler Waffenexporte

    „Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel!“ stellt erneut Strafanzeige gegen SIG Sauer wegen illegaler Waffenexporte – nach Mexiko, Kolumbien und Nicaragua. Die Staatsanwaltschaft Kiel ermittelt.
    Die Kampagne „Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel!“ hat am 30. April 2020 über ihren Tübinger Rechtsanwalt Holger Rothbauer erneut Strafanzeige gegen das Rüstungsunternehmen SIG Sauer gestellt - dieses Mal wegen illegaler Waffenlieferungen nach Mexiko und Nicaragua und sowie erneut nach Kolumbien. Es besteht der Verdacht des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz sowie des wiederholten gewerbs- und bandenmäßigen Verstoßes gegen das Außenwirtschaftsgesetz.Bereits 2014 hatte „Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel!“ – ein Bündnis von weit über hundert Organisationen – Anzeige gegen Verantwortliche von SIG Sauer wegen illegaler Exporte von 38.000 Pistolen nach Kolumbien erstattet. Die darauffolgenden Ermittlungen führten 2019 zur Verurteilung von drei hochrangigen Managern des Unternehmens durch das Landgericht Kiel zu Bewährungs- und Geldstrafen. Darüber hinaus sollen von SIG Sauer die gesamten aus den illegalen Geschäften resultierenden Einnahmen von rund 11 Millionen Euro eingezogen werden, wogegen das Unternehmen Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt hat.
    Die nun zweite umfassende Strafanzeige richtet sich gegen die bereits verurteilten Mitarbeiter sowie gegen weitere Verantwortliche bei SIG Sauer in Deutschland und in den USA. Sie beruht in wesentlichen Teil auf Recherchen des Regisseurs Daniel Harrich sowie der SWR-Journalisten Thomas Reutter und Manfred Hattendorf (ARD-Doku „Tödliche Exporte 2“). Der Weg der Pistolen im Wert von mehreren Millionen Euro erfolgte über den Umweg der SIG Sauer Inc. in den USA nach Mexiko, Kolumbien und Nicaragua, ein beträchtlicher Anteil davon mit den Aufdrucken „Made in Germany“ oder „Beschussamt Kiel“.
    Holger Rothbauer, Rechtsanwalt der Kampagne „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“, erklärt dazu: „Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass noch während des am Landgericht Kiel laufenden ersten Strafverfahrens die gleichen Straftaten mit neuen Verstößen gegen das Außenwirtschaftsgesetz durch tausendfachen Export von Pistolen in Bürgerkriegsländer – wohlgemerkt von bereits wegen der gleichen Delikte verurteilten Geschäftsführern und Verantwortlichen bei SIG Sauer – begangen wurden, dann wäre dies der juristische Mount Everest von kriminellem Verhalten. Dann dürfte es für diese Abscheulichkeit sicherlich keine Bewährung mehr im nächsten Strafurteil geben. Die Staatsanwaltschaft Kiel bestätigt den Anfangsverdacht und hat ein Ermittlungsverfahren mit Aktenzeichen eingeleitet.“
    Anzeigeerstatter Jürgen Grässlin erklärt: „Dieser Vorgang ist einmalig in der bundesdeutschen Rüstungsexportgeschichte und zeugt von einer nie da gewesenen Skrupellosigkeit: Denn die Bewährungsstrafen durch das Landgericht Kiel im Fall der illegalen Pistolenexporte nach Kolumbien beruhten auf der Annahme, dass die Verurteilten von SIG Sauer nie wieder illegal Waffen exportieren würden. Stattdessen nutzte SIG Sauer die Lücke, die auf dem mexikanischen Waffenmarkt durch das Rüstungsexportverbot der Bundesregierung für Mexiko infolge unserer Strafanzeige gegen Heckler & Koch entstanden war.“ Laut Grässlin, Sprecher der der „Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel!“ und der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) „sind die Folgen dieses Kleinwaffendeals tödlich. Aufgrund dieser wohl erneut illegalen Waffentransfers von SIG-Sauer-Waffen in die drei lateinamerikanischen Länder werden unzählige unschuldige Menschen verstümmelt oder getötet.“
    Ralf Willinger, Kinderrechtsexperte des Kinderhilfswerks terre des hommes und Mitglied des Trägerkreises von Aktion Aufschrei, sagt: „Unsere Recherchen belegen, dass die Pistolen, die SIG Sauer illegal nach Kolumbien exportiert hat, dort für zahlreiche Verbrechen eingesetzt werden – von illegalen bewaffneten Gruppen; wie Paramilitärs, Guerilla und Drogenkartellen, aber auch von Polizei- und Armeeangehörigen. Das ist den Verantwortlichen bei SIG Sauer bekannt, und dennoch liefern sie offenbar illegal weiter nach Kolumbien, Mexiko und Nicaragua. Diese rücksichtslose Geschäftspolitik auf Kosten der Menschen vor Ort muss dringend gestoppt werden.“    
    Christine Hoffmann, Sprecherin der „Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel!“ und pax christi-Generalsekretärin sieht in dem neuerlichen Rüstungsexportskandal einen weiteren Beweis dafür, „dass der Endverbleib von Kleinwaffen nicht kontrollierbar ist und auch Kleinwaffenexporte an NATO-Staaten wie die USA alles andere als unproblematisch sind. Um wirklich zu verhindern, dass deutsche Kleinwaffen bei Gewalttaten und Menschenrechtsverletzungen zum Einsatz kommen, dürfen diese nicht mehr exportieren werden. Ein konsequentes Kleinwaffenexportverbot ist überfällig.“

  • Altes von der INGE-BURG


    #Hannover. Selbst die SPD hatte einmal ein paar gute Leute.
    Und auch Birgit Breuel von der CDU setzte sich als niedersaechsische Finanzministerin nicht nur für Frauenrechte, sondern auch für das Verursacherprinzip im Umweltschutz ein.
    Aufsätze von Ralf Dahrendorf und Dieter Suhr, Prof. für Öffentliches Recht, der dann bei Kreta unter geheimnisvollen Umständen im Meer ertrank, all das können Sie schwarz auf weiß in meinen 30 Jahre alten Mittendrins nachlesen, pro Stück 5€ plus Porto ueber post@ingeburgpeters.de zu bestellen.
    Habe für dies Magazin mein letztes Geld ausgegeben und lange vor Greta Thunberg jede Menge Diskriminierung in Kauf genommen, mit den Anwälten vom Fernsehen Schriftwechsel über den geklauten Titel ihrer dann gleichnamigen Sendung geführt, aber der Rechtsweg scheint für kreative Frauen nicht zuständig zu sein. Jetzt heißt ein Kirchenblatt in der Nordstadt so. Is schon okay, arbeite an neuem Format. Ingeburg Peters

    Google teilt mir mit, dass meine Fotos beliebt sind, hunderttausendfach angeklickt werden. Meine Beiträge als ausgewiesene Influencerin werden von Mediaagenturen gegen meinen Protest weiterverkauft und ich erhalte durchs Internet keinen Cent. Diese Situation müsste zumindest durch zweiseitige Links, über die Urheber eine winzige Gebühr bekommen, geändert werden. Ip
    The whole world is dead, welcome to the internet 




  • Das Internet ist der größte Stromfresser und wir sind seine Produkte
    Ipfoto
    Während die Monsterserver zur Kuehlung riesige Landschaftsressourcen verbrauchen und Google, Facebook und Twitter unsere Gelüste sowie Probleme per Algorithmus in großem Stil an Werbekunden weitergeben, sind auch neue Plattformen wie nebenan.de gefaehrlich, wo manche gelangweilte Nachbarin private Informationen anderer weitergibt, worauf sich dann Firmen per Telefon oder schriftlich dort melden. Auch Mobbing und Belästigung wird dadurch möglich. Ip

  • Augen auf!
    Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derjenigen, die die Welt nicht angeschaut haben. (Alexander von Humboldt) aus meinem dichterdenkerprojekt.

    Und wo beginnt und endet denn die Welt: Direkt vor unseren Füßen. Ip

  • Ich halte corona nicht mehr aus
    #Hannover. Ein mädchen, 3.klasse, hockt zusammengekauert mitten auf dem Buergersteig. Sie wollte zur gs Goetheplatz, aber da sei zu. Ihr Handy hat sie verliehen.
    Die Mutter arbeitet, ihre BetreuungsGruppe ist in der schierholtzstrasse 17 ziemlich weit weg
    Frage den Postboten, der schaut nach, es seien heute noch Ferien. Das Kind ist völlig corona-überfordert, aber unglaublich tapfer und gefasst. Erzählt von hanni und nanni, den Gebrüdern Grimm, dem struwwelpeter, Wilhelm busch. Sie werde von der pestalozzistiftung gefördert. Erzählt von Niki de St. Phalle, die für die Rechte der Frauen eingetreten sei. Das müssen wir alle, auch du und ich, sage ich.
    Sie geht jetzt zu ihrer großen Schwester, habe ihr meine Klingel gezeigt, falls die Schwester nicht öffnet...
    "Sie sind mir sehr hilfreich gewesen," lächelt sie mich an.  Ip



  • Beängstigend aktuell: Fiction kommt der Realität nahe
    Schon Präsident #Bush jun. redete von einem klimarettungsschirm, der nach diesem Film mit Thurman/Fiennes jedoch Auslöser ist:
    https://youtu.be/Z7QqVC_yHd0
    Trailer: https://youtu.be/qFGNeLklXs8

  • Wie ich durch die Expo Hannover backpackerfreundlich machte
    Vor 20 Jahren, am 1. Juni 2000, startete die #Expo2000 als totaler Flop. Ich eröffnete aufgrund des Versagens der städtischen Zimmervermittlung #easyroom (der Chef wurde mit höchster Abfindung GEFEUERT) mein hostelhannover.de, das später durch die Nachahmer der Stadt Millionen Einnahmen brachte, allerdings ohne mein Nachhaltigkeitskonzept. Ip


  • Zeiten der Einsamkeit
    Eingewickelte Skulptur " Die Begegnung" in der Hildesheimer Straße Hannover. Ipfoto

Ich = Ich + Du

Ich = Ich + Du

Jedes private Besitztum ist mit einer sozialen Hypothek belegt…

 

Von Unica Peters

 

Die hispanische Befreiungstheologin und Feministin Ada María Isasi-Díaz über „Solidarity – The Social Contract of the 21st Century“.

Prof. Isasi-Díaz verdeutlicht anhand der Leitwerte der französischen Revolution –liberté, égalité, fraternité die Notwendigkeit von Solidarität.

Der auf das Prinzip der Solidarität verweisende Wert der Brüderlichkeit ist laut Isasi-Díaz als einziger der drei Begriffe in unserer westlichen Welt nicht als Gesetz kodifiziert worden. Dabei ist Solidarität in Zeiten der Globalisierung unabdingbar, um Gerechtigkeit zu erreichen. Verstanden ist Solidarität hier als gemeinsame Verantwortung und gemeinsame Interessen. Bedürftige und Besitzende sind intrinsisch miteinander verbunden; Menschen sind soziale Wesen.

Wir gehen moralisch und auch wirtschaftlich zugrunde, wenn wir uns von den Menschen der „Dritten Welt“ nicht zum Nachdenken über unseren Lebensstandard herausfordern lassen. Zu ihnen stehen wir in einem beidseitigen Abhängigkeits-Verhältnis.

Wir tragen Verantwortung füreinander und haben Anspruch auf gegenseitige Unterstützung. Deswegen geht Solidarität ihrer Struktur nach deutlich über Wohltätigkeit hinaus, auch wenn Letztere nichts Schlechtes ist.

Solidarität bedeutet nicht, zu applaudieren, wenn Unterdrückte

für ihre Rechte kämpfen. Solidarität bedeutet, sich den kritischen

Anfragen und den Forderungen nach Unterstützung, mit denen

sie sich an uns Privilegierte wenden, zu stellen.

Dass die Armen und Schwachen dieser Welt solche Erwartungen

und Wünsche haben, beschrieb Ada María Isasi-Díaz am Beispiel

einiger katholischer Nonnen in einem ländlichen Teil Südamerikas,

die sie auf einer Reise besuchte.

Kurz vor der Abfahrt berichteten die Frauen, ihnen fehlten die Mittel,

um ihre jungen Schutzbefohlenen für die Schule auszurüsten.

Sie begnügten sich nicht damit, für ihr Engagement gelobt zu werden,

sondern sie baten Frau Isasi-Díaz, ihre persönlichen Möglichkeiten

der Unterstützung auszuschöpfen. Daraus wurde ein Spendenappell,

der einige Mittel einbrachte.

Das Entscheidende an der Situation war die gleichberechtigte Begegnung.

Spenden zu sammeln oder Protestbriefe zu schreiben ist kein Akt der

Güte und Muße, sondern das Eingeständnis, mit dem Rest der Welt verbunden zu sein.

Unser Ich ist nicht vollständig ohne ein Du.

Ohne unser Gegenüber sind wir nicht wir selbst.

Arme und unterdrückte Menschen existieren nicht unabhängig

von unserer Situation. Weil wir wir sind, sind sie sie.

Dabei gilt zu bedenken, dass Armut ein politisches Problem ist.

Wir haben uns unsere Privilegien nicht mit eigener Hand genommen.

Aber um wir selbst zu sein und uns selbst zu erkennen, müssen wir

uns unserer privilegierten Lebensumstände bewusst werden und

die Konsequenz daraus ziehen:

Wir sind moralisch dazu verpflichtet, Verantwortung für unseren

Reichtum zu übernehmen und uns für die Anliegen der Armen zu öffnen.

Die „Occupy“-Bewegung in den USA etwa hat die Diskussion über

den Kapitalismus verändert, und Frau Isasi-Díaz sympathisiert

mit der Idee einer „Occupy Faith“-Bewegung, die eine ähnliche

Gesellschaftskritik zugunsten eines fairen Miteinanders ins

Zentrum des christlichen Glaubens stellt.

Dem neoliberalen Trend der Privatisierung stellt sich

zum Beispiel die US-Finanzexpertin Elizabeth Warren entgegen,

die auch eine 2010 von Präsident Barack Obama bewilligte

Verbraucherschutzbehörde für Finanzprodukte durchsetzte.

Schließlich fahren auch Millionäre, die sich aufgrund ihrer

finanziellen Mittel als über staatliche Versorgungssysteme

erhaben fühlen, auf Straßen, die mit Steuergeldern finanziert wurden.

Frau Isasi-Díaz erwähnte in diesem Zusammenhang auch die

Äußerung Johannes Paul des II., jedes private Besitztum sei mit einer sozialen Hypothek belegt.

Wie soll nun eine Befreiung aussehen?

Eine gesunde, solidarische (Welt-)gesellschaft zeichnet sich

für die Vortragende aus durch „fullness of life“.

Dies entspricht dem, was Indigene in Südamerika unter

el buen vivir verstehen: Gut (als Adverb verstanden!) zu leben

bedeutet demnach, dass Menschen, Gemeinschaften und

die Natur in Harmonie leben, einander respektieren und keine Gewinne

auf Kosten der anderen Mitglieder der Gemeinschaft anstreben.

Auch im Königreich Bhutan setzt man dem Gewinnstreben

andere Werte entgehen: statt dem Bruttosozialprodukt

ist hier das aus vier Säulen und acht Indexen basierende Prinzip des

„Bruttosozialglücks“ Maßstab für Glück und Zufriedenheit.

Das Beispiel des nach westlichen Maßstäben wirtschaftlich

unter­entwickelten Königreichs Bhutan wirft außerdem

die Frage nach Sinn und Ziel von Entwicklungspolitik,

und Entwicklungszusammenarbeit als Alternative, auf.

Martha Nussbaum, Philosophin und Professorin

für Rechtswissenschaften und Ethik an der University of Chicago,

entwickelte in diesem Bereich in den 1980er Jahren gemeinsam

mit Amartya Sen den „Fähigkeiten-Ansatz“,

der Fähigkeiten (im Sinne von substantiellen Freiheiten wie einem

langen Leben, Beteiligung an wirtschaftlichen Transaktionen

und politischer Teilhabe) als konstitutive Bestandteile

von Entwicklung ansieht und Armut als Entzug von Fähigkeiten definiert.

Die von Isasi-Díaz aufgegriffenen Themen zeigen,

dass Solidarität auf der Ebene der Werte und Maßstäbe ansetzen muss.

Solidarität entsteht und wird notwendig, weil wir soziale Wesen sind.

Sie ist ein menschlicher, kein allein christlicher Wert.

Die anfangs erwähnte, beidseitige Beziehung zwischen

Angehörigen der Ersten und der Dritten Welt braucht

keine Intimität oder Vertrautheit, um funktionieren zu können.

Auch aus Gebieten, die weit von uns entfernt sind, erreichen

uns Botschaften, Ansprüche und Erwartungen.

Wir wissen um die Verknüpfungen unseres Wohlstandes

mit der Armut in der Welt. Wenn wir unserer Verantwortung

gerecht werden wollen, können wir

keinen „individuellen“ Weg gehen und uns

der beidseitigen Beziehung entziehen.

Aber auch in unterprivilegierten Gruppen entsteht

Solidarität nicht automatisch. Isasi-Díaz berichtete

hier von Latinas in den USA, die sich aufopfern,

um ihren Kindern den Besuch Oberschule oder

sogar der Universität zu ermöglichen.

Die nun gebildeteren Kinder schämen sich oft

für die Einfachheit ihrer Mütter, anstatt ihnen dankbar zu sein.

Als Einwanderer zweiter Generation meinen sie,

sich in die Erste Welt einkaufen und anpassen zu müssen.

Häufig entwickeln sie erst mit Heirat und Familiengründung

ein Bewusstsein dafür, dass ihre eigene Stellung

auf der Unterstützung der Müttergeneration beruht.

Im Sinne der Solidarität wäre es für diese jungen Amerikaner wichtig,

sich weiterhin in ihrer Herkunftsgemeinschaft verwurzelt zu sehen

und zu versuchen, dieses Prinzip der gegenseitigen Hilfe in ihrem

neuen gesellschaftlichen Umfeld zu etablieren.

 

Natürlich können wir nicht in allen Lebensbereichen gleichermaßen

Verantwortung für unsere Privilegien übernehmen und uns

solidarisch mit den sozial und wirtschaftlich Unterdrückten zeigen.

Aber wir können Schwerpunkte in einigen Bereichen setzen.

Auch unser Leben im materiellen Sinn zu vereinfachen kann helfen,

das „wir“ zu entdecken.

An dieser Stelle kommt eine wichtige Frage auf: Wie sollen

wir mit den Unterdrückern, den Reichen, umgehen?

Frau Isasi-Díaz stimmt zu, dass dies ein heikler Punkt sei.

Sie wies darauf hin, dass es auch unter den Superreichen Menschen gibt,

die sich in der Verantwortung sehen, etwa Warren Buffet und Bill und Melinda Gates,

die seit Jahren nicht nur die Zinsen, sondern auch die Substanz

ihres Vermögen in private Wohltätigkeitsstiftungen investieren.

Generell wird es aber wohl schwer sein, den Superreichen zu vermitteln,

dass sie den Rest der Gesellschaft (also sowohl uns als Mittelschicht,

als auch die Ärmsten) brauchen.

Ada María Isasi-Díaz bezeichnet sich denn auch ganz offen

als historische Utopistin, die fest an das „Wir“-Gefühl glaubt, weil sie es z.B. in indigenen Gemeinschaften erlebt hat.

Ada María Isasi-Díaz ist Prof. em. für Ethik und Theologie

an der Drew University, New Jersey.

Kontakt: aisasidi@drew.edu.

Homepage: http://users.drew.edu/aisasidi/.

Ihr neues Buch, das die im Vortrag vorgestellten Ideen entwickelt,

wird 2013 unter dem Titel Justicia:

A Reconciliatory Praxis of Care and Tenderness bei der Fortress Press erscheinen.


[2] http://en.wikipedia.org/wiki/Conacami, Abschnitt „Mission and Vision“,

[3] http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigreich_Bhutan,

Abschnitt „Wirtschaftliches Gefälle“, abgerufen ab 10.01.12.

Berichte über Bhutan gibt es laut Isasi-Díaz regelmäßig auf aljazeera.com.

[4] http://en.wikipedia.org/wiki/Martha_Nussbaum, Abschnitt „The Capability approach“,

Frau Isasi-Díaz empfiehlt hierzu auch Nussbaums 2000

bei der Cambridge University Press erschienenes Buch Women and Human Development.

Making Sex Revisted

Journalistisch hochinteressant fand ich vor einiger Zeit einen Artikel in der Hauszeitung der Medizinischen Hochschule Hannover, dass jährlich durchschnittlich 20 Geburten ohne genaue Geschlechtsbestimmung dort stattfinden (allein schon dort 20!). So habe zum Beispiel ein Mädchen eine zum Penis mit Hoden ausgebildete Klitoris. Die Haussoziologin bedauerte in einem ergänzenden Artikel, dass die gesellschaftlichen sexuellen Zuschreibungen den Eltern dieser Kinder das Leben schwer machen, weil das jeweilige Geschlecht gleich nach der Geburt mit einem Ballast von unterbewussten Zuordnungen bedacht wird.

Zu diesem Thema hat der hannoversche Diplom-Biologe Heinz-Jürgen Voß jetzt ein Buch im Rahmen seiner Promotion zum Dr.phil vorgelegt: Making Sex Revisted, Dekonstruktion des Geschlechts aus biologisch-medizinischer Perspektive, erschienen bei transcript in Bielefeld. Voß lehrt zu Geschlecht und Biologie an verschiedenen Universitäten.

Voß beschreibt das “Ein-Geschlechter-Modell” in der Antike, wonach der Mann die vollkommenere Version durch die nach außen gestülpten Geschlechtsteile ist. Aber auch die darauf folgende Einteilung in zwei Geschlechter sei gesellschaftlich bedingt.

Das Buch ist relativ mühsam zu lesen, ich habe es erst zur Hälfte durch, und in dieser wird vor allem der soziale Aspekt beleuchtet, den frau ja schon zur Genüge aus der feministischen Literatur (zum Beispiel von Judith Butler) kennt: Dass Aristoteles die Frau zum Mängelwesen erklärte und so weiter und so fort, nirgends ein toleranter Lichtblick in der Geschichte des weiblichen Geschlechts bis weit vor unsere Zeitrechnung zurück. Und wenn man das bei C.H. Beck erschienene Buch “Die Hälfte des Himmels” kennt, weiß frau, dass das 21. Jahrhundert nicht besser ist. Auch die eigene Erlebenswelt lässt diesbezüglich keine Fragen offen.

Dabei soll es doch eigentlich in dem  Buch um den biologischen Aspekt von Menschen uneindeutigen Geschlechts gehen. Vielleicht wird das ja noch im zweiten Teil näher beschrieben.

Ich werde also zu gegebener Zeit diese Rezension ergänzen, dass das möglich ist,  ist ja das Schöne am Internet. ip

Zur Diskussion zur Verfügung steht auch das Blog
Das Ende des Sex: Biologisches Geschlecht ist gemacht

Interview mit Klaus Theweleit über Elternzeit

Die Quadratur des Kreises:
Wenn die Eltern
gemeinsam arbeiten und erziehen…

 

Es herrscht eine große Unlust unter den jungen Leuten, Kinder zu bekommen. Immer mehr potentielle Eltern trauen sich Kindererziehung überhaupt nicht mehr zu und haben Angst vor beruflichen und finanziellen Einschränkungen. Einen der Nestoren in Sachen Gleichberechtigung, Klaus Theweleit, Verfasser des  Buches “Männerphantasien” über die männliche Eroberungskultur (Piper-Verlag), der kürzlich einen viel beachteten Vortrag mit anschließender Diskussion in Hannover dazu hielt, befragte ich dazu, wie Monika Theweleit und er ihr Familienleben gestaltet haben.
Als neueres Beispiel gleichberechtigter Kindererziehung dient ja auch Arbeitsministerin von der Leyen mit 7 Kindern und mithelfendem Mann. Zum Schluss Informationen ihres Ministeriums dazu.

Ingeburg Peters: Wie hat sich der Rollentausch über die Jahrzehnte hin auf Ihre Beziehung ausgewirkt?
Theweleit: „Rollentausch” ist nicht ganz richtig. Es handelt(e) sich um Arbeitsteilung. Meine Frau hat halbtags in der Kinder- und Jugendpsychiatrie gearbeitet, vormittags. Ich bin mit Sohn zu Hause geblieben und habe, so weit immer möglich, an meiner Dissertation gearbeitet. Regel dabei: das Kind geht vor.

Einer war immer für die Kinder da

Mittags habe ich gekocht; und das auch so beibehalten, als die Kinder (ein weiteres war dazugekommen) im Kindergarten und in der Schule waren. Nachmittags, wenn meine Frau zu Hause war, konnte ich die nötigen Bibliotheks-Besuche machen, Kopieren etc. oder auch mit den Kindern ins Schwimmbad gehen oder ähnliches. So war (mindestens) einer von uns immer für die Kinder da, manchmal auch beide. Seit die Kinder in Kindergarten bzw. Schule waren, lag meine tägliche sichere Zeit fürs Arbeiten zwischen morgens 8 Uhr (wenn alle aus dem Haus waren) und ca. 12 Uhr 30, wenn es Zeit fürs Kochen wurde. – wenn nicht eins der Kinder krank war und Arztbesuche anstanden. An den Wochenenden hat meine Frau überwiegend gekocht. Ich konnte etwas länger am Stück arbeiten. Abends dann meistens Besuche, Freunde, Kino oder ähnliches. Keine für abends eingeplante Arbeitszeit.

Zeiträume

diszipliniert nutzen

Diese Aufteilung der Arbeit mit den Kindern, Bringen zum und Abholen vom Kindergarten, Elternabende in der Schule, Anschauen der Hausaufgaben, Lernen mit den Kindern, wenn nötig, Kontakte mit anderen Eltern und den Freunden der Kinder,  und was sonst alles noch dazu gehört, haben wir 25 Jahre lang so praktiziert, dass größere Konflikte nicht entstanden. Ende der 70er Jahre begann meine Frau eine Ausbildung zur Psychoanalytikerin (DPV); das schloss eine mehrjährige Lehranalyse und abendliche Seminare ein; ich war dann zu Hause, was mir nicht sehr schwer fiel, da ich bis zu meinem 30. Lebensjahr so gut wie jeden Abend auswärts, in der Kneipe oder mit Freunden und Genossen verbracht habe; mein Bedarf in dieser Hinsicht also einigermaßen gedeckt war.
Weder hat die berufliche Weiterbildung meiner Frau, noch hat die Weiterentwicklung meines Schreibens unter den Arbeitsansprüchen des jeweils anderen gelitten.

Beide hatten ihre eigenen Bereiche

Eher im Gegenteil: zwar ist es unserer Meinung nach für eine solche funktionierende Arbeitsteilung unerlässlich, dass jede(r) seinen eigenen Bereich hat; die eigenen Kontakte und Freundschaften im eigenen Arbeitsbereich, wo der andere nichts hineinzureden hat.
Peters: Dennoch sind Sie der berühmtere Ehepartner geworden.
Theweleit: Im Lauf der 80er hat meine Frau neben der Kliniktätigkeit in eigener psychoanalytischer Praxis zu arbeiten begonnen; seit ca. 10 Jahren arbeitet sie nur noch selbstständig in ihrer Praxis. Umso schöner ist diese wechselseitige Selbstständigkeit, wenn beide Bereiche sich zusätzlich berühren bzw. überschneiden. So hat mein Schreiben, da zu großen Teilen psychoanalytisch ausgerichtet, immer von der Arbeit und den Kenntnissen meiner Frau profitiert. Konkret: sie ist die erste Leserin und Kritikerin der meisten meiner Texte (abgesehen von kleineren journalistischen Arbeiten, die manchmal auch so rausgehen). Während sie ebenso an den Weiterungen meiner Arbeit, besonders in den Kunstbereichen, partizipiert. Womit die Frage der „Berühmtheit” angegangen wäre. Ich habe in meinen Büchern immer betont, dass meine spezifische Art zu Schreiben als ein Koprodukt aus unserer Art der Beziehung, nicht nur der intellektuellen, angesehen werden soll. Die Beziehung zu den Kindern eingeschlossen und die zu den Freunden auch (was manche Leser meiner Bücher „nervt” – wozu immer die Erwähnung dieser Monika da; andere aber entsprechend anspricht). Denn: natürlich sind wir seit den frühen 70ern vorwiegend mit Leuten in Berührung (wenn auch seit Mitte der 80er nicht mehr in WG-artigen Wohnformen), die ein ähnliches Lebensmodell zu leben versuchen; also auf der Grundlage möglichster Gleichheit zwischen allen Beteiligten. Es gibt mehr solcher Menschen als man gemeinhin denkt (bzw. als das, was die Statistiken zu denken nahelegen). Diese Menschen leben allerdings in keiner Form irgendeiner öffentlichen Publicity.

Vergnügliches Lernen mit Kindern

Andererseits: mich hat es immer gewundert, dass nicht mehr Männer die Arbeit mit ihren Frauen entsprechend teilen. Es geht ja gar nicht darum, dass ein Teil für den anderen sein „öffentliches Leben” total aufgibt; es geht durchaus für beide (auf den Pferdefuß komme ich gleich). Es sind auch nicht primär die beruflichen (angeblichen) Karrierehindernisse. Es sieht vielmehr so aus, dass ein Großteil der Männer seine etwas blöden Gratifikationen aus den jeweiligen Männerclubs, Sportclubs, Saufclubs, Raufclubs nicht aufgeben will – aus Angst, eine nähere Arbeits- und Lebensbeziehung zu ihren Frauen würde ihnen nichts Gleichwertiges bieten; so dass sie vor ihrer Männerhorde als irgendwie in ihrer Freiheit Beschnittene dastehen würden. Das hält Mann bei uns schlecht aus – und gibt sich mit den dürftigen (und oft auch konkurrenten und sehr neidischen) Pseudogratifikationen des allgemeinen Kerle-Vereins zufrieden. Tragisch (denn Männer sind in aller Regel nicht sehr freundlich untereinander)! Ihnen entgeht eine Menge, wovon sie nichts ahnen; besonders im engen Umgang mit Kindern, der für mich immer eine Quelle ständigen Lernens war; eines vergnüglichen Lernens.

Der Pferdefuß ist

die schlechte Rente

Der Pferdefuß? Nicht die Ungleichheit im »öffentlichen Bekanntsein«. Darauf war meine Frau nie scharf. Und ich reiße mich nicht um Talkshows. Der Nachteil liegt im Finanziellen. Halbtagsarbeit in der Klinik bedeutet: halbe Rente. Nicht bis 65 dort durchgearbeitet zu haben bedeutet: weitere Rentenminderung. Und Leben als Schriftsteller mit Künstlersozialkasse bedeutet: Rentenbeiträge auf unterster Stufe.
Von der Alterssicherung war bisher die Arbeitsteilung in der Kindererziehung in den meisten Fällen nachteilig, von der Arbeitsform her aber bestens.

 

Und hier der
neueste Stand der Rechtslage

Zur Berücksichtigung von

Kindererziehungszeiten

in der Rentenversicherung:

Zeiten der Kindererziehung nach § 56 Sechstes Buch Sozialgesetzbuch (SGB VI) führen für Mütter und Väter in der gesetzlichen Rentenversicherung zur Versicherungspflicht. Die Rentenbeiträge dafür werden nicht vom Versicherungspflichtigen, sondern vom Bund gezahlt.
Diese Zeiten wirken rentenbegründend und rentensteigernd wie Pflichtbeitragszeiten aufgrund einer Erwerbstätigkeit. Bei Geburten vor 1992 umfasst die Kindererziehungszeit ein Jahr, bei Geburten ab 1992 beträgt sie drei Jahre. Sie werden mit 100 Prozent des Durchschnittsentgeltes aller Versicherten im jeweiligen Erziehungsjahr bewertet.
Die Zeiten der Kindererziehung können selbst dann angerechnet werden, wenn die Eltern während dieser Zeit einem anderen Alterssicherungssystem angehört haben. Voraussetzung ist jedoch, dass sie in dem anderen Alterssicherungssystem nicht annähernd gleich berücksichtigt werden wie in der gesetzlichen Rentenversicherung. Von dieser neuen Regelung profitieren vor allem Mitglieder berufsständischer Versorgungseinrichtungen.
Anmerkung der Redaktion: Berufsständische Versorgung im engeren Sinne ist die auf einer gesetzlichen Pflichtmitgliedschaft beruhende Altersversorgung für kammerfähige freie Berufe (Ärzte, Apotheker, Architekten, Notare, Rechtsanwälte, Steuerberater beziehungsweise Steuerbevollmächtigte, Tierärzte, Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer, Zahnärzte sowie Psychologische Psychotherapeuten  und Ingenieure).
Die Kindererziehungszeit wird nur einem Elternteil zugeordnet – demjenigen, der das Kind überwiegend erzogen hat. Erziehen die Eltern ihr Kind gemeinsam, ohne dass der Erziehungsanteil eines Elternteils überwiegt, erhält grundsätzlich die Mutter die Kindererziehungszeit. Soll der Vater die Kindererziehungszeit erhalten, obwohl er das Kind nicht überwiegend erzieht, müssen sie für die Zukunft eine übereinstimmende gemeinsame Erklärung abgeben. Diese Erklärung kann auch rückwirkend, höchstens jedoch für zwei Kalendermonate, abgegeben werden.
Neben Beitragszeiten wegen Kindererziehung können Eltern auch sogenannte Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung nach § 57 SGB VI erhalten. Diese erleichtern den Zugang zu einer Rente. Die Berücksichtigungszeit für Kindererziehung beginnt mit dem Tag der Geburt und endet mit dem Monat der Vollendung des zehnten Lebensjahres des Kindes.
Kinderberücksichtigungszeiten werden wie Kindererziehungszeiten nur einem Elternteil zugeordnet – demjenigen, der das Kind überwiegend erzogen hat.