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  • Orange ist auch die Farbe der #Sikhs - Religionen in Hannover

    Dass eine Sikh-Gemeinde in Niedersachsen entstand, hängt mit einem blutigen Konflikt zwischen separatistischen Sikhs und der indischen Regierung in den 1980er Jahren zusammen. Die Situation eskalierte 1984, als die indische Armee im goldenen Tempel in Amritsar, dem zentralen Heiligtum der Sikhs, ein Blutbad anrichtete. Die Premierministerin Indira Gandhi wurde daraufhin von Sikhs aus ihrer eigenen Leibwache ermordet. Viele Gläubige entschieden sich für die Flucht nach Europa oder Nordamerika. Hari Singh Khalsa, der Präsident des Beirates der Gemeinde, deutet im Vorzimmer zum Gebetsraum auf ein Bild nach dem anderen. Auf den Miniaturen erleiden Märtyrer mit unbewegten Gesichtszügen alle nur erdenklichen Todesarten. Hier lässt sich ahnen, wie die religiöse Verfolgung schon seit Jahrhunderten das Selbstverständnis der Sikhs geprägt hat.

    Harjinder Singh Chahal ist nicht als Flüchtling, sondern als Geschäftsmann nach Hannover gekommen. „Ich hätte gerne hier studiert“, erzählt er. „Aber ich habe gesehen, wie andere Inder studiert und hinterher als Kellner gearbeitet haben.“ Also wurde er sein eigener Chef und eröffnete das Restaurant „Taj Mahal“ in der Hinüberstraße. Er begrüßt ein junges Ehepaar, das zum ersten Mal in den Gurudwara gekommen ist. Ein neuer Job hat den Mann nach Hannover geführt. An diesem Sonntag, wenn sich die Sikhs zum Gebet und gemeinsamen Essen treffen, knüpfen die beiden erste Kontakte.

    2003 eröffneten Gläubige aus Hannover und anderen niedersächsischen Städten den „Gurudwara Sri Nanak Darbar“. Rund 250 Familien gehören zur Gemeinde. Das flache, langgestreckte Gebäude im Hof der Berckhusenstraße 13 wurde zuvor vom benachbarten Imbiss genutzt. Jetzt hängt die orangefarbene Fahne des Khalsa, der spirituellen Bruderschaft innerhalb der Sikh-Gemeinschaft, vor dem Eingang. Rund achtzig Gläubige treffen sich an diesem Sonntag. Die Versammlungshäuser werden „Gurudwara“, Tor zum Guru, genannt. Seit 2016 gibt es noch einen zweiten Gurudwara in Hannovers Oststadt.

    Außer Hari Singh Khalsa trägt noch ein anderer Mann die Attribute des Khalsa, die als „Fünf Ks“ bekannt sind: das ungeschnittene Haar (Kesh) unter dem Turban, den Holzkamm (Kanga), den ungeschorenen Bart, den Armreif (Kara) aus Eisen, den Dolch an der Seite (Kirpan) und die mehrlagige Unterhose (Kachehra) unter der traditionellen Kleidung. Sie sind Symbole für die Tugenden, zu denen sich die Mitglieder des Khalsa verpflichten: Reinheit und Selbstbeherrschung, Liebe zu Gott, Tapferkeit und Einsatz für das Gute.

    „Gott lässt das Haar und den Bart wachsen, also schneiden wir es nicht ab“, erklärt Hari Singh. Nach dem 11. September 2001, berichten die beiden Männer, wurden sie häufig für Muslime gehalten und angefeindet. Die anderen Männer im Gurudwara sind westlich gekleidet. Alle Gläubigen und Besucher müssen jedoch das Haar bedecken. Die Männer knoten ein schlichtes Tuch um den Kopf, die Frauen tragen farbenprächtige Schleier.


    Auch der in Hannover wohnende berühmte Comedian Peter Shub steht den Lehren des "Guru Nanak" nahe. 


    Der Text stammt aus dem Buch "Religionen in Hannover", hg. vom Rat der Religionen, Hannover 2016.

    ZUM WEITERLESEN:

    Umfangreiche Informationen gibt es auf der Internetseite des in Hannover befindlichen Deutschen Informationszentrum für Sikhreligion, Sikhgeschichte, Kultur und Wissenschaft
    http://www.deutsches-informationszentrum-sikhreligion.de

    Sikhismus. Eine Kurzdarstellung. Hg. von der Indian Association Bonn e.V.
    Die Broschüre ist im Gurudwara Sri Nanak Darbar kostenlos erhältlich und kann bestellt werden unter info@iab-online.org


  • Soror bedeutet Schwester
    Als ein derart nicht-vernunftbegabter und damit zur produktiven Leistung innerhalb der Gemeinschaft unfähiger Mensch ist der Sklave nicht mehr als ein „beseeltes Werkzeug“ seines Herrn; ein Umstand, den Aristoteles für „zuträglich und gerecht“ hält, solange das Verhältnis von Herr und Sklave eines von Mensch zu Mensch bleibe. IpAquarell 


    #Hannover. Das lateinische Wort Soror bedeutet Schwester. 
    Zwei warme Schwestern, zwei Tuerme des Heizkraftwerks, wurden vom #Soroptimist-Club Hannover orange illuminiert. 
    Mit E-Autos und orangen Rundumleuchten auf den Autodächern hieß es ausserdem in Hannover: „Stoppt Gewalt gegen Frauen!“. 
    Ob auch Investor Soros seine Finger und Geld in der NGO hat? Jedenfalls engagiert sich der Club so wie er nicht fürs #Sexkaufverbot. 
    Was aber ist zum Beispiel mit dem Bordell Braunstrasse 8, den Türmen direkt gegenüber gelegen? 
    Warum wird nicht auch thematisiert, dass Besitzer Lars, (und unzählige andere Zuhälter) ehemaliger Polizeibeamter! (Ordnungsamt: Ein gut geführter Betrieb...) telefonisch trotz Corona frisches FrauenFleisch samt Koerperoeffnungen auf Termin verkauft. Die überwiegend in Beziehungen lebenden Freier können leicht Infektionen in ihre Familien tragen. 
    Prostitution ist ein Milliardengeschaeft und eng verknüpft mit Waffen-und Drogenhandel. Und es ist mitnichten eine Arbeit wie jede andere, selbst wenn 0,1 Prozent der sogenannten "Sexarbeiterinnen" dies oeffentlichkeitswirksam behaupten. 
    80 bis 90 Prozent der oft blutjungen, unerfahrenen Prostituierten kommen aus armen Gegenden in Suedosteuropa (z. B. Rumänien, Bulgarien, Ungarn, Ukraine). Sie werden oft mit dem Argument angeworben, hier seien sie geschützt und versichert. Dieses sogenannte Deutsche Modell hat aber zum Gegenteil geführt. Während in anderen "Berufen" niemand ungelernten Kräften Arbeitslosengeld zahlen würde, ist hier gerade diese Eigenschaft heiss begehrt, wie man auf Ladies.de und anderen Portalen sehen kann: Girlfriendsex, widerlich. 
    Diese Frauen brauchen massive Ausstiegshilfen, gerade in Corona Zeiten, und auch von #Soroptimist. 
    Die derzeitige politische Kampagne gegen Gewalt im privaten Bereich im "Bordell Deutschland" erinnert stark an Afghanistan, als die USA argumentierte, den Frauen dort muesste gegen die Taliban geholfen werden. 
    Wenn überall Krieg herrscht, muss der Schutz von Frauen als werbliches Feigenblatt dienen, statt ganz konkret Schritt fuer Schritt mit staatlicher Unterstützung auf Verbot von Versklavung der Frau hinzuarbeiten. 
    Manche Puffbesitzer lassen die Prostituierten sogar scheinbar generoes im Bordell wohnen, angeblich wegen #Corona, in Wirklichkeit, weil sie gar keine andere Bleibe haben, berichtet #IngeBell von Vulvafem/ https://www.frauenrechte.de/ 
    Ingeburg Peters 

    #keinegewaltgegenfrauen #terredesfemmes #solvodi
    #soroptimist_international_dtl #westandupforwomen #jetztredeich
    #schweigenbrechen #hilfetelefon #noviolenceagainstwomen
    #womenrights #helpwomen #machdichlaut
    #VulvaFem #AbolitionistischeWoche #AbolitionProstitution #ohneProstitutionKeinFrauenhandel #GewaltGegenFrauen #FrauenSindKeineWare #FreiersindVerbrecher #UnsichtbareMänner #StopFrauenHandel  #RotlichtAus #KriminalisiereDenFreier #Sexkaufverbot #Ausstiegshilfe #NordischesModell #Zitat




  • Mein Haus ist meine Haut

     

    Beispiel aus meinem Klagemauer-Kunstprojekt der verschwundenen hannoverschen Firmen, inbesondere über den Niedergang des technischen Kaufhauses Brinkmann, mit dem ich beste Kontakte pflegte. Ip

    Als die Schriftstellerin sah, dass es außer „ihrer Rose“ noch viele tausend andere gab, dachte sie an all die Stunden der Zuwendung, die sie miteinander geteilt hatten. Diese waren es, die ihre Rose einzigartig machten.

    Ebenso verhält es sich mit meinem Haus:

    Tragende Wände entfernt und neue Träger eingezogen; Fenster zur Südseite eingebaut; Toiletten; Duschen; Heizung; Hannoversche Türen; Holzböden abgeschliffen; Dachfenster repariert; Steckdosen gelegt; Fliesen angebracht, Bildergalerie im Treppenhaus eingerichtet, Ginkgo im Gaertchen gepflanzt.

    Einiges davon wurde teilweise im Ramadan ausgeführt, als sich die Handwerker die Füße im neuen Waschbecken wuschen und dann zum Gebet zu Boden sanken.

    Beim Talente-Tauschring sollte ein Einbau 80 Talente kosten, leider wurden dabei meine Talente ums Hundertfache überschritten.

    Verrechnungsgeschäfte habe ich für Fenster-Lamellenvorhänge und –bänke getätigt:  

    Von Möbel-Wilhelm, RZ-Möbel und anderen kamen unverkäufliche Reststücke, der Gong im Treppenhaus vom Fair-trade-Laden, von Hupe die Kunststofftüren, den Feldjägern Bothfeld klappbare Eisenbetten, vom Trödel der lange Refektoriumstisch. 

    Das Klavier von Chorleiterin Susanne Behr, die Küche von Staude (dort Rita Pawelskis beim Kochen angeschlagene Fingernägel fotografiert), der gemütliche Ohrensessel von Sensationsjournalist Ehrenfried Pospisiel.

    Fast über jeden Nagel in der Wand gibt es eine amüsante Story.

    Und weitere Geschichten kann dieses Haus erzählen:

    Flamenco-Party von Tierra, Dichterlesungen mit Bernhard Taureck, Deniz Utlu und mir, Stimmbildungsseminare des Peter Missler, Ostfriesische Teestunde auf dem Dachboden mit Knueppeltorte und Prof. Siegfried Neuenhausen, Autorin Dr. Claudia Toll, Malerin Lucia Steigerwald, Architektenkammer u.v.a.m., JournalistinnenFeten mit ver.di und illustren Gästen, Diskussionsrunden mit Wienke Zitzlaff von der SapphoStiftung und PoetrySlammerin Marlene Stamerjohanns, Feministin Lilo Zack (Musiktheater Doppelaxt) usw.. 

    Thingplaetze für Verwandte und Verschwaegerte sowie Schüler*innen-Gruppen aller Altersstufen, Baenkelgesang mit Buchhaendler Peter Sutor, Tafelgruenderin Rosemarie Wallbrecht, Prof. Heide Tegeder u. a., Bauchtanzabende mit Bildhauerin Ulrike Enders und Malerin Elke Lixfeld, im 1.Stock Veteranentreffen der Pogo-Punk-Partei, ACDC-Fans und Eminem- Verehrerinnen; meine Initiative "ZweiteGlockseeschule"-Versammlungen mit Studienraetin Elisabeth C. Gruendler, Mauricio Wild in Begleitung eines Indianers aus Ecuador, sowie dem Inhaber von Radgeber, Dietrich Sudikatis; Kinderfasching mit der gesamten Nachbarschaft und Freund*innen-Sprösslingen, Kinderladenelternabende, Tauschringtreffen, Großbürgerliche Riesenweihnachtsbäume und Feste mit Familie oder auch Geschaeftsfreund*innnen, vor allem aber mein Zeitungmachen ohne Ende, sowie Kommunikation mit Menschen aus aller Welt, direkt oder per Internet.

    Dieses Haus, das ich be-sitze, auf dem ich be-stehe, ist kein Rendite-Objekt. Es ist meine Heimat und Haut. Neulich stand dennoch wieder der altbekannte Polizeispitzel im Hof und fotografierte meine Liegen-schaft ... 

    Auch andere ähnlich ambitionierte Hausbesitzerinnen werden derzeit von Immobilienhaien und Politik massiv bedrängt, oder wenigstens zum Vermieten gedrängt, obwohl sie gar keine richtigen „Vermieter“ sind, solche, die zig Mietshäuser ausbeuten und nicht selten vergammeln lassen, weil „nur“ Studenten oder Sozialmieter darin wohnen.

    Die Gewinne der Hedgefonds wollen in festem GrundundBoden-Gold angelegt sein, auch in Norddeutschem Backstein oder historischen Lavesbauten zum Beispiel.

    Manch Reicher kauft und verkauft zwar relativ locker und ohne Emotionen seine Häuser; die Armen aber, wo beispielsweise Opa das Gartentor noch selbst kunstvoll geschmiedet hatte, den Kirschbaum vorm Fenster gepflanzt, sehen den Verlust ihrer persönlichen Freiheit durch den gierigen Kapitalismus wie ein Gespenst vor sich.

    So als müssten sie demnächst ihre Bekleidung vermieten, oder sich gar die Haut abziehen lassen.

    Ingeburg Peters


  • Remembrance of things past: Heute "Georgengarten" Der hannoversche Landschaftsgarten Georgengarten ist das Werk der Kurtisanen des Koenigshauses. In den Kavaliershaeusern haust heute ein Investor, die GBH verscherbelte sie einfach... 
    Mit meinem Kulturmagazin mittendrin (www.ingeburgpeters.de) bewirkte ich das Pflegewerk Georgengarten (Blickbeziehungen wiederherstellen, abgerundete Wegfuehrungen etc.), um den ParkCharakter zu löschen, den sogar Prof. Meyer, der ins Königshaus eingeheiratet hatte, mit seinen albernen Blumenrabatten vorm WilhelmBuschmuseum unterstützte.
    Ich besuchte ihn und seine königliche Gattin 1986, kurz vor seinem Tod, zuhause auf dem Land. Für Details verwies er aber auf seine Sekretärin in Hannover. Die wisse alles. 
    So ist das mit den Sekretärinnen und Kurtisanen... Ip
  • Sich erfolgreich behaupten?

    In einem zweistufigen Verfahren hatte die Jury für den Stadt-Hannover-Preis „Frauen machen Standort“ 2020, bestehend u.a. aus Vertretungen der IHK, der Handwerkskammer, den Ratsgremien, der Wirtschaftsförderung und des DGB folgende Kriterien:

    Das Unternehmen behauptet sich erfolgreich am Markt. Es ist ein Bewusstsein für geschlechtergerechte Arbeitsteilung vorhanden. Das Unternehmen trägt zur Imageverbesserung der LHH bei. Das Unternehmen berücksichtigt die Nachhaltigkeitsgrundsätze.

    Nun, Dinosaurier wie #IHK, #Handwerkskammer und #DGB in eine solche Jury zu holen, um zu beurteilen, ob ein weibliches Unternehmen sich behauptet, ist schlichtweg anachronistisch. Selbst kleinere und mittlere Handwerks- und andere Unternehmen vertreten sich heutzutage selbst und müssen dies notgedrungen wegen ihrer jeweils besonderen Lage. 

    Und dann der Markt, an dem das Frauenunternehmen erfolgreich sein soll... Gibt es den denn überhaupt noch? Ich kann nirgendwo mehr einen Markt erkennen, nur noch Konzernbildung, Shareholder Value und einige Nischen. 

    Ein Beispiel zur Verdeutlichung: H. J. Flebbe hat als Student der Wirtschaftswissenschaften in dem kleinen Apollo-Kino in der Limmerstrasse das Programm gemacht, spaeter große ProgrammKinos eröffnet und schließlich weiterverkauft. 

    Ich gründete Hannovers 1.Backpacker-Hostel, hatte dann reichlich Angebote, weitere zu eröffnen, und schließlich wäre alles von einem Konzern uebernommen worden. Auf diese Weise Millionärin wie Flebbe geworden, könnte ich in Waldhausen residieren wie er und Schröders und andere Promis, z. B. Wolfgang Juettner, statt mich in der Lenaustraße mit Dealern herumzuaergern. 

    Aber wäre das nachhaltig? 


    Ingeburg Peters

     

  • Reformation bedeutet für mich, Brücken zu bauen Der berühmte christliche Theologe des Mittelalters, Eckhart von Hochheim (Meister Eckhart) hat kräftig aus islamischen und jüdischen Quellen abgeschrieben. 
    Wo der jüdische Autor ibn Gabirol, lateinisch Avicebron, von der "Ersten universalen Materie" sprach, formte Eckhart dies dreist um in den "Sohn", der die Ganzheit dessen empfängt, was Gott zu geben habe. 
    So etwas duerfte sich eine Theologin damals wie heute nicht erlauben...
    Zum #Reformationstag interessant ist die uralte Frage, wie eine Theologie auf der Hoehe der Zeit aussehen koennte. 
    Eckhart zitierte damals die Gedanken des jüdischen Religionsgelehrten Moshe Ben Maimon (lat. Maimonides, 1138-1204) 119mal, der "Unschluessigen" ein Vermittlungsangebot machte, wie sie religiöse und philosophische Intellektualitaet zusammen bringen koennen.
    Eine Orientierung für die menschliche Praxis nahm später auch G. W. #LEIBNIZ in seiner Monadenlehre und Theodizee auf. Die feministische Theologin (Jesuitenkolleg) #MaryDaly hat in ihrem Buch "Jenseits von Gott, Vater und Sohn" all die göttlichen Namen ad absurdum geführt. 
    Eckhart wird mit islamischen Denkern wie Ibn Arabi verglichen, sogar mit #Rumi, dessen Werk poetisch und praktisch ausgerichtet ist. 
    Vieles an zeitgenössischer spiritueller Praxis hat also eine sehr viel breitere Verankerung, schreibt Eckhart-Kenner Christian Ströbele, Leiter des Fachbereichs Interreligiöser Dialog an der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart. 
    Es gab seit dem 14.Jahrhundert noch mehrere solcher "Brückenbauer*innen". Reformation bedeutet für mich genau das. 
    Ingeburg Peters, 
    "Beginen" wie ich werden leider noch heute haeretisiert...

    Deshalb zur Erinnerung:  Frauen der Reformation: 
    Danke für den link, Anne Beck 


  • Geht Ökumenisch noch besser?


    1996 schon habe ich in meiner ihmecityzeitung den ökumenischen Charakter der Calenberger Neustadt #Hannover ganzseitig herausgearbeitet. Heute nun gaben Katholische und Evangelische Kirche gemeinsam im Leibnizsaal eine Erklärung ab, den unterm #Coronavirus Leidenden verstärkt beizustehen.
    Meine Frage: Wurde dazu die jüdische Gemeinde angesprochen ? Die evangelisch-reformierte Kirche in der Lavesallee ins Boot geholt? Die Russische Orthodoxe Kirche in der Koenigsworther Straße? Die Moschee Stiftstrasse? Und auch das Tibetische Zentrum? Der Hinduistische Tempel? Die Bahai-Gemeinde und andere interreligiöse Gruppierungen?
    Text+Foto: Ingeburg Peters 
  • Alchemie des Familienlebens
    De Vita Beata

    Gedicht von Ingeburg Peters (geschrieben ca. 2002)

    Handy liegt im Tomatenstrauch, 
    Einer hängt die Wäsche auf,
    Opernsaenger im Radio, 
    Die Sonne geht bald unter. 

    Grillgeruch vom Nachbarhof, 
    Das weiße Laken hängt 1A,
    Suedlicher Sommer im deutschen Herbst, 
    Es ist so schön, dass du denkst, du sterbst. 

    Jetzt kommt Laken Nummer 2,
    Tochter liest den 'Spielmann' laut, 
    Mutter rezitiert 'Von der Glueckseligkeit' , 
    Einen kleinen Text des Leibniz'. 

    (urheberrechtlich geschützt)





Ich = Ich + Du

Ich = Ich + Du

Jedes private Besitztum ist mit einer sozialen Hypothek belegt…

 

Von Unica Peters

 

Die hispanische Befreiungstheologin und Feministin Ada María Isasi-Díaz über „Solidarity – The Social Contract of the 21st Century“.

Prof. Isasi-Díaz verdeutlicht anhand der Leitwerte der französischen Revolution –liberté, égalité, fraternité die Notwendigkeit von Solidarität.

Der auf das Prinzip der Solidarität verweisende Wert der Brüderlichkeit ist laut Isasi-Díaz als einziger der drei Begriffe in unserer westlichen Welt nicht als Gesetz kodifiziert worden. Dabei ist Solidarität in Zeiten der Globalisierung unabdingbar, um Gerechtigkeit zu erreichen. Verstanden ist Solidarität hier als gemeinsame Verantwortung und gemeinsame Interessen. Bedürftige und Besitzende sind intrinsisch miteinander verbunden; Menschen sind soziale Wesen.

Wir gehen moralisch und auch wirtschaftlich zugrunde, wenn wir uns von den Menschen der „Dritten Welt“ nicht zum Nachdenken über unseren Lebensstandard herausfordern lassen. Zu ihnen stehen wir in einem beidseitigen Abhängigkeits-Verhältnis.

Wir tragen Verantwortung füreinander und haben Anspruch auf gegenseitige Unterstützung. Deswegen geht Solidarität ihrer Struktur nach deutlich über Wohltätigkeit hinaus, auch wenn Letztere nichts Schlechtes ist.

Solidarität bedeutet nicht, zu applaudieren, wenn Unterdrückte

für ihre Rechte kämpfen. Solidarität bedeutet, sich den kritischen

Anfragen und den Forderungen nach Unterstützung, mit denen

sie sich an uns Privilegierte wenden, zu stellen.

Dass die Armen und Schwachen dieser Welt solche Erwartungen

und Wünsche haben, beschrieb Ada María Isasi-Díaz am Beispiel

einiger katholischer Nonnen in einem ländlichen Teil Südamerikas,

die sie auf einer Reise besuchte.

Kurz vor der Abfahrt berichteten die Frauen, ihnen fehlten die Mittel,

um ihre jungen Schutzbefohlenen für die Schule auszurüsten.

Sie begnügten sich nicht damit, für ihr Engagement gelobt zu werden,

sondern sie baten Frau Isasi-Díaz, ihre persönlichen Möglichkeiten

der Unterstützung auszuschöpfen. Daraus wurde ein Spendenappell,

der einige Mittel einbrachte.

Das Entscheidende an der Situation war die gleichberechtigte Begegnung.

Spenden zu sammeln oder Protestbriefe zu schreiben ist kein Akt der

Güte und Muße, sondern das Eingeständnis, mit dem Rest der Welt verbunden zu sein.

Unser Ich ist nicht vollständig ohne ein Du.

Ohne unser Gegenüber sind wir nicht wir selbst.

Arme und unterdrückte Menschen existieren nicht unabhängig

von unserer Situation. Weil wir wir sind, sind sie sie.

Dabei gilt zu bedenken, dass Armut ein politisches Problem ist.

Wir haben uns unsere Privilegien nicht mit eigener Hand genommen.

Aber um wir selbst zu sein und uns selbst zu erkennen, müssen wir

uns unserer privilegierten Lebensumstände bewusst werden und

die Konsequenz daraus ziehen:

Wir sind moralisch dazu verpflichtet, Verantwortung für unseren

Reichtum zu übernehmen und uns für die Anliegen der Armen zu öffnen.

Die „Occupy“-Bewegung in den USA etwa hat die Diskussion über

den Kapitalismus verändert, und Frau Isasi-Díaz sympathisiert

mit der Idee einer „Occupy Faith“-Bewegung, die eine ähnliche

Gesellschaftskritik zugunsten eines fairen Miteinanders ins

Zentrum des christlichen Glaubens stellt.

Dem neoliberalen Trend der Privatisierung stellt sich

zum Beispiel die US-Finanzexpertin Elizabeth Warren entgegen,

die auch eine 2010 von Präsident Barack Obama bewilligte

Verbraucherschutzbehörde für Finanzprodukte durchsetzte.

Schließlich fahren auch Millionäre, die sich aufgrund ihrer

finanziellen Mittel als über staatliche Versorgungssysteme

erhaben fühlen, auf Straßen, die mit Steuergeldern finanziert wurden.

Frau Isasi-Díaz erwähnte in diesem Zusammenhang auch die

Äußerung Johannes Paul des II., jedes private Besitztum sei mit einer sozialen Hypothek belegt.

Wie soll nun eine Befreiung aussehen?

Eine gesunde, solidarische (Welt-)gesellschaft zeichnet sich

für die Vortragende aus durch „fullness of life“.

Dies entspricht dem, was Indigene in Südamerika unter

el buen vivir verstehen: Gut (als Adverb verstanden!) zu leben

bedeutet demnach, dass Menschen, Gemeinschaften und

die Natur in Harmonie leben, einander respektieren und keine Gewinne

auf Kosten der anderen Mitglieder der Gemeinschaft anstreben.

Auch im Königreich Bhutan setzt man dem Gewinnstreben

andere Werte entgehen: statt dem Bruttosozialprodukt

ist hier das aus vier Säulen und acht Indexen basierende Prinzip des

„Bruttosozialglücks“ Maßstab für Glück und Zufriedenheit.

Das Beispiel des nach westlichen Maßstäben wirtschaftlich

unter­entwickelten Königreichs Bhutan wirft außerdem

die Frage nach Sinn und Ziel von Entwicklungspolitik,

und Entwicklungszusammenarbeit als Alternative, auf.

Martha Nussbaum, Philosophin und Professorin

für Rechtswissenschaften und Ethik an der University of Chicago,

entwickelte in diesem Bereich in den 1980er Jahren gemeinsam

mit Amartya Sen den „Fähigkeiten-Ansatz“,

der Fähigkeiten (im Sinne von substantiellen Freiheiten wie einem

langen Leben, Beteiligung an wirtschaftlichen Transaktionen

und politischer Teilhabe) als konstitutive Bestandteile

von Entwicklung ansieht und Armut als Entzug von Fähigkeiten definiert.

Die von Isasi-Díaz aufgegriffenen Themen zeigen,

dass Solidarität auf der Ebene der Werte und Maßstäbe ansetzen muss.

Solidarität entsteht und wird notwendig, weil wir soziale Wesen sind.

Sie ist ein menschlicher, kein allein christlicher Wert.

Die anfangs erwähnte, beidseitige Beziehung zwischen

Angehörigen der Ersten und der Dritten Welt braucht

keine Intimität oder Vertrautheit, um funktionieren zu können.

Auch aus Gebieten, die weit von uns entfernt sind, erreichen

uns Botschaften, Ansprüche und Erwartungen.

Wir wissen um die Verknüpfungen unseres Wohlstandes

mit der Armut in der Welt. Wenn wir unserer Verantwortung

gerecht werden wollen, können wir

keinen „individuellen“ Weg gehen und uns

der beidseitigen Beziehung entziehen.

Aber auch in unterprivilegierten Gruppen entsteht

Solidarität nicht automatisch. Isasi-Díaz berichtete

hier von Latinas in den USA, die sich aufopfern,

um ihren Kindern den Besuch Oberschule oder

sogar der Universität zu ermöglichen.

Die nun gebildeteren Kinder schämen sich oft

für die Einfachheit ihrer Mütter, anstatt ihnen dankbar zu sein.

Als Einwanderer zweiter Generation meinen sie,

sich in die Erste Welt einkaufen und anpassen zu müssen.

Häufig entwickeln sie erst mit Heirat und Familiengründung

ein Bewusstsein dafür, dass ihre eigene Stellung

auf der Unterstützung der Müttergeneration beruht.

Im Sinne der Solidarität wäre es für diese jungen Amerikaner wichtig,

sich weiterhin in ihrer Herkunftsgemeinschaft verwurzelt zu sehen

und zu versuchen, dieses Prinzip der gegenseitigen Hilfe in ihrem

neuen gesellschaftlichen Umfeld zu etablieren.

 

Natürlich können wir nicht in allen Lebensbereichen gleichermaßen

Verantwortung für unsere Privilegien übernehmen und uns

solidarisch mit den sozial und wirtschaftlich Unterdrückten zeigen.

Aber wir können Schwerpunkte in einigen Bereichen setzen.

Auch unser Leben im materiellen Sinn zu vereinfachen kann helfen,

das „wir“ zu entdecken.

An dieser Stelle kommt eine wichtige Frage auf: Wie sollen

wir mit den Unterdrückern, den Reichen, umgehen?

Frau Isasi-Díaz stimmt zu, dass dies ein heikler Punkt sei.

Sie wies darauf hin, dass es auch unter den Superreichen Menschen gibt,

die sich in der Verantwortung sehen, etwa Warren Buffet und Bill und Melinda Gates,

die seit Jahren nicht nur die Zinsen, sondern auch die Substanz

ihres Vermögen in private Wohltätigkeitsstiftungen investieren.

Generell wird es aber wohl schwer sein, den Superreichen zu vermitteln,

dass sie den Rest der Gesellschaft (also sowohl uns als Mittelschicht,

als auch die Ärmsten) brauchen.

Ada María Isasi-Díaz bezeichnet sich denn auch ganz offen

als historische Utopistin, die fest an das „Wir“-Gefühl glaubt, weil sie es z.B. in indigenen Gemeinschaften erlebt hat.

Ada María Isasi-Díaz ist Prof. em. für Ethik und Theologie

an der Drew University, New Jersey.

Kontakt: aisasidi@drew.edu.

Homepage: http://users.drew.edu/aisasidi/.

Ihr neues Buch, das die im Vortrag vorgestellten Ideen entwickelt,

wird 2013 unter dem Titel Justicia:

A Reconciliatory Praxis of Care and Tenderness bei der Fortress Press erscheinen.


[2] http://en.wikipedia.org/wiki/Conacami, Abschnitt „Mission and Vision“,

[3] http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigreich_Bhutan,

Abschnitt „Wirtschaftliches Gefälle“, abgerufen ab 10.01.12.

Berichte über Bhutan gibt es laut Isasi-Díaz regelmäßig auf aljazeera.com.

[4] http://en.wikipedia.org/wiki/Martha_Nussbaum, Abschnitt „The Capability approach“,

Frau Isasi-Díaz empfiehlt hierzu auch Nussbaums 2000

bei der Cambridge University Press erschienenes Buch Women and Human Development.

Making Sex Revisted

Journalistisch hochinteressant fand ich vor einiger Zeit einen Artikel in der Hauszeitung der Medizinischen Hochschule Hannover, dass jährlich durchschnittlich 20 Geburten ohne genaue Geschlechtsbestimmung dort stattfinden (allein schon dort 20!). So habe zum Beispiel ein Mädchen eine zum Penis mit Hoden ausgebildete Klitoris. Die Haussoziologin bedauerte in einem ergänzenden Artikel, dass die gesellschaftlichen sexuellen Zuschreibungen den Eltern dieser Kinder das Leben schwer machen, weil das jeweilige Geschlecht gleich nach der Geburt mit einem Ballast von unterbewussten Zuordnungen bedacht wird.

Zu diesem Thema hat der hannoversche Diplom-Biologe Heinz-Jürgen Voß jetzt ein Buch im Rahmen seiner Promotion zum Dr.phil vorgelegt: Making Sex Revisted, Dekonstruktion des Geschlechts aus biologisch-medizinischer Perspektive, erschienen bei transcript in Bielefeld. Voß lehrt zu Geschlecht und Biologie an verschiedenen Universitäten.

Voß beschreibt das “Ein-Geschlechter-Modell” in der Antike, wonach der Mann die vollkommenere Version durch die nach außen gestülpten Geschlechtsteile ist. Aber auch die darauf folgende Einteilung in zwei Geschlechter sei gesellschaftlich bedingt.

Das Buch ist relativ mühsam zu lesen, ich habe es erst zur Hälfte durch, und in dieser wird vor allem der soziale Aspekt beleuchtet, den frau ja schon zur Genüge aus der feministischen Literatur (zum Beispiel von Judith Butler) kennt: Dass Aristoteles die Frau zum Mängelwesen erklärte und so weiter und so fort, nirgends ein toleranter Lichtblick in der Geschichte des weiblichen Geschlechts bis weit vor unsere Zeitrechnung zurück. Und wenn man das bei C.H. Beck erschienene Buch “Die Hälfte des Himmels” kennt, weiß frau, dass das 21. Jahrhundert nicht besser ist. Auch die eigene Erlebenswelt lässt diesbezüglich keine Fragen offen.

Dabei soll es doch eigentlich in dem  Buch um den biologischen Aspekt von Menschen uneindeutigen Geschlechts gehen. Vielleicht wird das ja noch im zweiten Teil näher beschrieben.

Ich werde also zu gegebener Zeit diese Rezension ergänzen, dass das möglich ist,  ist ja das Schöne am Internet. ip

Zur Diskussion zur Verfügung steht auch das Blog
Das Ende des Sex: Biologisches Geschlecht ist gemacht

Interview mit Klaus Theweleit über Elternzeit

Die Quadratur des Kreises:
Wenn die Eltern
gemeinsam arbeiten und erziehen…

 

Es herrscht eine große Unlust unter den jungen Leuten, Kinder zu bekommen. Immer mehr potentielle Eltern trauen sich Kindererziehung überhaupt nicht mehr zu und haben Angst vor beruflichen und finanziellen Einschränkungen. Einen der Nestoren in Sachen Gleichberechtigung, Klaus Theweleit, Verfasser des  Buches “Männerphantasien” über die männliche Eroberungskultur (Piper-Verlag), der kürzlich einen viel beachteten Vortrag mit anschließender Diskussion in Hannover dazu hielt, befragte ich dazu, wie Monika Theweleit und er ihr Familienleben gestaltet haben.
Als neueres Beispiel gleichberechtigter Kindererziehung dient ja auch Arbeitsministerin von der Leyen mit 7 Kindern und mithelfendem Mann. Zum Schluss Informationen ihres Ministeriums dazu.

Ingeburg Peters: Wie hat sich der Rollentausch über die Jahrzehnte hin auf Ihre Beziehung ausgewirkt?
Theweleit: „Rollentausch” ist nicht ganz richtig. Es handelt(e) sich um Arbeitsteilung. Meine Frau hat halbtags in der Kinder- und Jugendpsychiatrie gearbeitet, vormittags. Ich bin mit Sohn zu Hause geblieben und habe, so weit immer möglich, an meiner Dissertation gearbeitet. Regel dabei: das Kind geht vor.

Einer war immer für die Kinder da

Mittags habe ich gekocht; und das auch so beibehalten, als die Kinder (ein weiteres war dazugekommen) im Kindergarten und in der Schule waren. Nachmittags, wenn meine Frau zu Hause war, konnte ich die nötigen Bibliotheks-Besuche machen, Kopieren etc. oder auch mit den Kindern ins Schwimmbad gehen oder ähnliches. So war (mindestens) einer von uns immer für die Kinder da, manchmal auch beide. Seit die Kinder in Kindergarten bzw. Schule waren, lag meine tägliche sichere Zeit fürs Arbeiten zwischen morgens 8 Uhr (wenn alle aus dem Haus waren) und ca. 12 Uhr 30, wenn es Zeit fürs Kochen wurde. – wenn nicht eins der Kinder krank war und Arztbesuche anstanden. An den Wochenenden hat meine Frau überwiegend gekocht. Ich konnte etwas länger am Stück arbeiten. Abends dann meistens Besuche, Freunde, Kino oder ähnliches. Keine für abends eingeplante Arbeitszeit.

Zeiträume

diszipliniert nutzen

Diese Aufteilung der Arbeit mit den Kindern, Bringen zum und Abholen vom Kindergarten, Elternabende in der Schule, Anschauen der Hausaufgaben, Lernen mit den Kindern, wenn nötig, Kontakte mit anderen Eltern und den Freunden der Kinder,  und was sonst alles noch dazu gehört, haben wir 25 Jahre lang so praktiziert, dass größere Konflikte nicht entstanden. Ende der 70er Jahre begann meine Frau eine Ausbildung zur Psychoanalytikerin (DPV); das schloss eine mehrjährige Lehranalyse und abendliche Seminare ein; ich war dann zu Hause, was mir nicht sehr schwer fiel, da ich bis zu meinem 30. Lebensjahr so gut wie jeden Abend auswärts, in der Kneipe oder mit Freunden und Genossen verbracht habe; mein Bedarf in dieser Hinsicht also einigermaßen gedeckt war.
Weder hat die berufliche Weiterbildung meiner Frau, noch hat die Weiterentwicklung meines Schreibens unter den Arbeitsansprüchen des jeweils anderen gelitten.

Beide hatten ihre eigenen Bereiche

Eher im Gegenteil: zwar ist es unserer Meinung nach für eine solche funktionierende Arbeitsteilung unerlässlich, dass jede(r) seinen eigenen Bereich hat; die eigenen Kontakte und Freundschaften im eigenen Arbeitsbereich, wo der andere nichts hineinzureden hat.
Peters: Dennoch sind Sie der berühmtere Ehepartner geworden.
Theweleit: Im Lauf der 80er hat meine Frau neben der Kliniktätigkeit in eigener psychoanalytischer Praxis zu arbeiten begonnen; seit ca. 10 Jahren arbeitet sie nur noch selbstständig in ihrer Praxis. Umso schöner ist diese wechselseitige Selbstständigkeit, wenn beide Bereiche sich zusätzlich berühren bzw. überschneiden. So hat mein Schreiben, da zu großen Teilen psychoanalytisch ausgerichtet, immer von der Arbeit und den Kenntnissen meiner Frau profitiert. Konkret: sie ist die erste Leserin und Kritikerin der meisten meiner Texte (abgesehen von kleineren journalistischen Arbeiten, die manchmal auch so rausgehen). Während sie ebenso an den Weiterungen meiner Arbeit, besonders in den Kunstbereichen, partizipiert. Womit die Frage der „Berühmtheit” angegangen wäre. Ich habe in meinen Büchern immer betont, dass meine spezifische Art zu Schreiben als ein Koprodukt aus unserer Art der Beziehung, nicht nur der intellektuellen, angesehen werden soll. Die Beziehung zu den Kindern eingeschlossen und die zu den Freunden auch (was manche Leser meiner Bücher „nervt” – wozu immer die Erwähnung dieser Monika da; andere aber entsprechend anspricht). Denn: natürlich sind wir seit den frühen 70ern vorwiegend mit Leuten in Berührung (wenn auch seit Mitte der 80er nicht mehr in WG-artigen Wohnformen), die ein ähnliches Lebensmodell zu leben versuchen; also auf der Grundlage möglichster Gleichheit zwischen allen Beteiligten. Es gibt mehr solcher Menschen als man gemeinhin denkt (bzw. als das, was die Statistiken zu denken nahelegen). Diese Menschen leben allerdings in keiner Form irgendeiner öffentlichen Publicity.

Vergnügliches Lernen mit Kindern

Andererseits: mich hat es immer gewundert, dass nicht mehr Männer die Arbeit mit ihren Frauen entsprechend teilen. Es geht ja gar nicht darum, dass ein Teil für den anderen sein „öffentliches Leben” total aufgibt; es geht durchaus für beide (auf den Pferdefuß komme ich gleich). Es sind auch nicht primär die beruflichen (angeblichen) Karrierehindernisse. Es sieht vielmehr so aus, dass ein Großteil der Männer seine etwas blöden Gratifikationen aus den jeweiligen Männerclubs, Sportclubs, Saufclubs, Raufclubs nicht aufgeben will – aus Angst, eine nähere Arbeits- und Lebensbeziehung zu ihren Frauen würde ihnen nichts Gleichwertiges bieten; so dass sie vor ihrer Männerhorde als irgendwie in ihrer Freiheit Beschnittene dastehen würden. Das hält Mann bei uns schlecht aus – und gibt sich mit den dürftigen (und oft auch konkurrenten und sehr neidischen) Pseudogratifikationen des allgemeinen Kerle-Vereins zufrieden. Tragisch (denn Männer sind in aller Regel nicht sehr freundlich untereinander)! Ihnen entgeht eine Menge, wovon sie nichts ahnen; besonders im engen Umgang mit Kindern, der für mich immer eine Quelle ständigen Lernens war; eines vergnüglichen Lernens.

Der Pferdefuß ist

die schlechte Rente

Der Pferdefuß? Nicht die Ungleichheit im »öffentlichen Bekanntsein«. Darauf war meine Frau nie scharf. Und ich reiße mich nicht um Talkshows. Der Nachteil liegt im Finanziellen. Halbtagsarbeit in der Klinik bedeutet: halbe Rente. Nicht bis 65 dort durchgearbeitet zu haben bedeutet: weitere Rentenminderung. Und Leben als Schriftsteller mit Künstlersozialkasse bedeutet: Rentenbeiträge auf unterster Stufe.
Von der Alterssicherung war bisher die Arbeitsteilung in der Kindererziehung in den meisten Fällen nachteilig, von der Arbeitsform her aber bestens.

 

Und hier der
neueste Stand der Rechtslage

Zur Berücksichtigung von

Kindererziehungszeiten

in der Rentenversicherung:

Zeiten der Kindererziehung nach § 56 Sechstes Buch Sozialgesetzbuch (SGB VI) führen für Mütter und Väter in der gesetzlichen Rentenversicherung zur Versicherungspflicht. Die Rentenbeiträge dafür werden nicht vom Versicherungspflichtigen, sondern vom Bund gezahlt.
Diese Zeiten wirken rentenbegründend und rentensteigernd wie Pflichtbeitragszeiten aufgrund einer Erwerbstätigkeit. Bei Geburten vor 1992 umfasst die Kindererziehungszeit ein Jahr, bei Geburten ab 1992 beträgt sie drei Jahre. Sie werden mit 100 Prozent des Durchschnittsentgeltes aller Versicherten im jeweiligen Erziehungsjahr bewertet.
Die Zeiten der Kindererziehung können selbst dann angerechnet werden, wenn die Eltern während dieser Zeit einem anderen Alterssicherungssystem angehört haben. Voraussetzung ist jedoch, dass sie in dem anderen Alterssicherungssystem nicht annähernd gleich berücksichtigt werden wie in der gesetzlichen Rentenversicherung. Von dieser neuen Regelung profitieren vor allem Mitglieder berufsständischer Versorgungseinrichtungen.
Anmerkung der Redaktion: Berufsständische Versorgung im engeren Sinne ist die auf einer gesetzlichen Pflichtmitgliedschaft beruhende Altersversorgung für kammerfähige freie Berufe (Ärzte, Apotheker, Architekten, Notare, Rechtsanwälte, Steuerberater beziehungsweise Steuerbevollmächtigte, Tierärzte, Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer, Zahnärzte sowie Psychologische Psychotherapeuten  und Ingenieure).
Die Kindererziehungszeit wird nur einem Elternteil zugeordnet – demjenigen, der das Kind überwiegend erzogen hat. Erziehen die Eltern ihr Kind gemeinsam, ohne dass der Erziehungsanteil eines Elternteils überwiegt, erhält grundsätzlich die Mutter die Kindererziehungszeit. Soll der Vater die Kindererziehungszeit erhalten, obwohl er das Kind nicht überwiegend erzieht, müssen sie für die Zukunft eine übereinstimmende gemeinsame Erklärung abgeben. Diese Erklärung kann auch rückwirkend, höchstens jedoch für zwei Kalendermonate, abgegeben werden.
Neben Beitragszeiten wegen Kindererziehung können Eltern auch sogenannte Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung nach § 57 SGB VI erhalten. Diese erleichtern den Zugang zu einer Rente. Die Berücksichtigungszeit für Kindererziehung beginnt mit dem Tag der Geburt und endet mit dem Monat der Vollendung des zehnten Lebensjahres des Kindes.
Kinderberücksichtigungszeiten werden wie Kindererziehungszeiten nur einem Elternteil zugeordnet – demjenigen, der das Kind überwiegend erzogen hat.