Info

Info
Werbung behindert oft den Lesefluss und lenkt vom eigentlichen Inhalt ab.
Bitte besuchen Sie deshalb unsere Rubrik „Handel und Wandel„.

  • Plastikabfälle aus Laboren

    Weltweit fallen jedes Jahr etwa 5,5 Millionen Tonnen Plastikabfälle allein aus Laboren an. Das sind 2 Prozent der globalen Menge an Plastikmüll bei nur 0,2 Prozent Forschern... (Quelle: MHH) 

  • Resilienz-Campus beginnt am 1.Juli - möge es gelingen

     Hannover, 9. Juni 2026. Der Verbundantrag „Resilient@Campus“ wurde von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre in der Förderlinie „Die Welt ist mein Campus“ zur Förderung ausgewählt – als einer von nur 29 geförderten Anträgen unter insgesamt 219 Anträgen. Unter der Leitung der Hochschule Hannover (HsH) entwickelt der Hochschulverbund gemeinsam mit der FH Münster und der HNE Eberswalde in den kommenden vier Jahren innovative Ansätze zur Förderung psychischer Resilienz von Studierenden in Zeiten multipler gesellschaftlicher Krisen.

    Ausgangspunkt des Projekts ist eine Realität, die Hochschulen zunehmend beschäftigt: Studierende erleben die Auswirkungen von Klimakrise, gesellschaftlichen Unsicherheiten und Transformationsdruck nicht nur intellektuell, sondern auch emotional und psychisch. Gleichzeitig wird mentale Gesundheit bislang häufig außerhalb von Studium und Lehre verortet.

    Mit „Resilient@Campus“ entsteht deshalb eine evidenzbasierte Toolbox, die Lehrende dabei unterstützt, psychische Resilienz als Teil kompetenzorientierter Hochschulbildung mitzudenken und Studierende in ihrer Handlungs- und Transformationsfähigkeit zu stärken.

  • Was läuft denn so?

    Hannover. 





  • Mehr Kreativität im Oberstübchen gefragt
    Hannover /FrankfurtMain. Schon Ephraim Kishon zeigte, was lebendiger Journalismus sein kann. Dass der in den Presseabteilungen der Kommunen dringend gebraucht wird, zeigt das Beispiel ffm, wo fetzige Überschriften und packende Fotos an der Tagesordnung sind. Die haben allerdings im Gegensatz zu Hannover mehr Geld für gute Texterinnen und vor allem Fotografinnen in der Tasche.
    Rooftop day in ffm. Foto: Jan Hassenflug. 

    Andererseits ist fehlendes Geld keine Entschuldigung dafür, wenn der Leserin hannoverscher Presseinfos die Füße einschlafen und sie gähnen muss, weil die Überschrift lautet "XY war ein großer Erfolg" (Ei sieh mal da, wer hätte das gedacht...) oder in anderen Texten der Vorteil für die Stadt mit allen Örtlichkeiten aufgezählt wird, als handele es sich um einen Rechenschaftsbericht des Oberbürgermeisters. Ingeburg Peters 
    Sonnengruß auf Frankfurterisch (iptext) Foto: Holger Menzel 
  • Nachtrag zum Europäischen Nachbarschaftstag

    Hannover. Wienke Zitzlaff, geborene Meinhof, die ein Wohnhaus für Frauen als Stiftung gegenüber dem Faustzentrum gründete, ist vor fast 10 Jahren gestorben. 

    Sie genehmigte mir zuvor die Veröffentlichung einer e-mail, die sie mir schickte, als ich sie um Rat für eine eigene Stiftung fragte, denn zig Stiftungen sind inzwischen verschleiert kommerziell und politisch zweifelhaft auf dem "Markt".

    Zitzlaffs später inhaftierte Schwester Ulrike Meinhof versuchte über den hannoverschen Strafverteidiger und Autor Heinrich Hannover ihre Kinder bei Wienke unterzubringen. Der Spiegel-Redakteur und Reitstallbesitzer Stefan Aust hatte sie aber bereits seinem langjährigen Freund, dem pädophilen Kindsvater Klaus Rainer Röhl zugeführt, der das Sorgerecht innehatte. 

    Dies als Hintergrund, um welch eine bescheidene und liebenswerte Person es sich bei Wienke handelte, die wegen der landesweit mit 150 000 Mann und zentralisierter Polizeimacht des Bundeskriminalamtes (Einschaltung von Volksfahndung über Fernsehen und Bundeskanzler) gejagten Terroristin von Alfred Klaus vom BKA bedrängt wurde, ihre Schwester Ulrike zu treffen, weil die sonst mit Sicherheit erschossen werden würde... 

    Zitzlaff engagierte sich auch gegen die Wiederbewaffnung Deutschlands sowie die Einführung militärischer Strukturen. 

    Fand jetzt erst diesen kleinen email-Text-Rest von Wienke Zitzlaff wieder, zum Thema Nachbarschaft bei den Zeiss-Mitarbeitern in Jena. ip

    "In meinem kindlichen Erleben gab es da keinen Unterschied zwischen einem einfachen Arbeiter und einem Ingenieur. Unsere sozialdemokratische Mutter hob hervor, dass die Zeiss-Stiftung auf Wunsch von Ernst Abbe nach dem Handwerker Carl Zeiss benannt wurde und nicht nach ihm. Diese Erfahrung hat mich sehr geprägt. 

    Später - Anfang der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts - erwarb ich ein kleines Häuschen mit 60 qm Wohnfläche, einem Ziegenstall und 1250 qm Land in einer Arbeitersiedlung: Alle Häuschen waren gleich, die Bewohner hatten sie selbst gebaut, sich gegenseitig geholfen. Die Männer arbeiteten in der Fabrik, ihr Lohn wurde gebraucht, um Land und Baumaterialien zu finanzieren, die Frauen bestellten das Land, erwirtschafteten Gemüse, buken Brot, sorgten für die Kinder und für die Ziegen. Ihr Stolz: wir wohnen unabhängig vom Fabrikherren. 

    Hier habe ich erlebt, was gegenseitige Nachbarschaftshilfe ist. All die verschiedenen Modelle -  und noch mehr - habe ich mir gründlich angeschaut. Dann machte ich eine Erbschaft - das habe ich an anderer Stelle genauer beschrieben. Jedenfalls beschloss ich, diese Erbschaft in die Gründung der SapphoStiftung Hannover zu investieren." 

  • Blauer oder weißer Kassenzettel?

    Wochenendeinkaufstipp: Wenn du zb in Hannover einkaufst, könntest du direkt bei einer Filiale nachfragen, z. B.: NP-Markt Hannover - Calenberger Neustadt. Ein einfacher Test: Sind die Bons blau, handelt es sich meist um Blue4est-Papier, das ohne BPA, BPS und andere chemische Farbentwickler hergestellt wird.

  • PRÜF Demo am 13. Juni mit Ronja Maltzahn. Die von Udo Lindenberg mit dem Panikpreis ausgezeichnete Künstlerin

    Die bundesweite Bewegung PRÜF (Prüfung Rettet Übrigens Freiheit) geht in die nächste Runde. Am zweiten Samstag im Juni (13.06.) versammeln sich erneut Bürger:innen aus ganz Niedersachsen in der Landeshauptstadt Hannover, um ein klares Zeichen für den Schutz unserer verfassungsrechtlichen Ordnung zu setzen. 

    Die zentrale Forderung der Kampagne bleibt unmissverständlich:
    „Alle Parteien, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall
    oder als gesichert rechtsextrem eingestuft werden, sollen durch das Bundesverfassungsgericht überprüft werden.“

    Während die Politik zögert, beweist die Zivilgesellschaft langen Atem. Frei nach dem Motto:„Demokratie ist kein Sprint, sondern ein Marathon“ versammeln sich die Demonstrierenden landesweit auf den regelmäßigen PRÜF-Demos. In Deutschland wird traditionell jede Kleinigkeit kontrolliert. Vom TÜV bis zur Wasserqualität. Es ist unvernünftig, ausgerechnet bei der existenziellsten Frage unserer Demokratie auf ein mögliches rechtsstaatliches Prüfverfahren zu verzichten. Ziel des anhaltenden Protests ist es, die Landesregierung zu einem formalen Beschluss zu bewegen, damit Niedersachsen im Bundesrat aktiv die Einleitung des Prüfverfahrens gemäß Artikel 21 Grundgesetz vorantreibt.
    Positiver Protest und kreatives Programm
    Die PRÜF-Demos zeichnen sich bewusst durch eine friedliche, bunte und ausgesprochen familienfreundliche Atmosphäre aus. Statt Ohnmacht und Frustration setzt die Bewegung auf kreativen Mitmach-Protest, Informationsangebote und ein vielfältiges Kulturprogramm.Wann? Samstag, 13. Juni 2026 um 14 Uhr Wo? Kundgebung auf dem Opernplatz, Hannover. Demozug als Rundlauf, ca. 2,2 km.
    Moderation: Pauline Prigge. Die erfahrene Poetry Slammerin wird mit kraftvoll aufgeladenen Worten und ihrer mitreißenden Energie durch das Programm führen.
    Bühne: Ronja Maltzahn. Die von Udo Lindenberg mit dem Panikpreis ausgezeichnete Künstlerin hat mit ihrer Musik bereits über 30 Länder bereist und stand auf mehr als 600 Bühnen. Gemeinsam mit ihrem Partner Fede verbindet sie Cello, Ukulele und Synthesizer zu einem sphärischen Sound, bei dem es um weit mehr als Musik geht: um echte Begegnung und gelebte Weltoffenheit.
    Lauti: DJ Lunatic. Er sorgt auf dem Lautsprecherwagen für den passenden Demotrack und die nötige Energie auf der Straße. Seit über 30 Jahren ist er in der Clubszene von Hannover
    und hat bereits in fast jeder Location der Stadt an den Decks gestanden.
    Die Veranstalter rufen alle Teilnehmenden dazu auf, kreative, bunte und witzige PRÜF!-Schilder mitzubringen. Auf das Mitführen von Länderflaggen wird im Sinne einer überparteilichen, rein verfassungsorientierten Demonstration bewusst verzichtet. Interessierte Bürger:innen können zudem die landesweite Online-Petition unterstützen (innn.it/pruef-nds), die bereits von über 10.000 Menschen unterzeichnet wurde. Weitere Infos: pruef-demos.de/nds.

  • Enercity und Kraken: Neue Geschäfts- und Erlösmodelle dank flexibler Vermarktungsoptionen
    20260604_JBach_Kraken_05.jpg

    Entwickelt ein KI-gestütztes virtuelles Kraftwerk, das Energie intelligent steuert: Das Projektteam von enercity und Kraken. Bildrechte: Jannis Bach, enercity

    Hannover. „In einer dynamischen und multifunktionalen Energielandschaft bedarf es effizienter Steuerungsinstrumente. Ohne digitale Prozesse, Echtzeitdaten, automatisierte Prognosen und intelligente Algorithmen wird man diese Komplexität nicht beherrschen. Wer den Energiemarkt erfolgreich gestalten will, muss digitale Kompetenz mit energiewirtschaftlichem Know-how verbinden. Virtuelle Kraftwerke sind deshalb nicht nur ein technisches Instrument, sondern ein zentrales Element der Transformation hin zu einem resilienten und effizienten Energiesystem“, sagt Jean Baptiste Cornefert (Foto), Bereichsleiter Trading & Energy Markets bei enercity.  

    Ein Energiesystem, das auf dezentrale Lösungen setzt, muss jedoch so sicher und effizient funktionieren wie ein einziges Großkraftwerk. In diesem Umfeld wird das virtuelle Kraftwerk zum zentralen Nervensystem der Energiewende. Es bündelt Kapazitäten unterschiedlicher Anlagen zu einer Masse, die wirksam am Strommarkt teilnehmen kann.

    Im Zentrum der Lösung steht deshalb ein ganzheitlicher Optimierungsansatz. „Da der Ausbau erneuerbarer Energien in ganz Europa an Geschwindigkeit gewinnt, besteht die Herausforderung, vor der wir heute stehen, nicht in der Kapazität, sondern in der Koordination. Durch die Vernetzung dezentraler Anlagen zu einem einzigen, intelligenten System sorgt Kraken für ein ausgeglichenes Stromnetz und ermöglicht eine bessere Nutzung kostengünstiger, reichlich vorhandener und erneuerbarer Energie. Gemeinsam mit enercity bauen wir ein intelligenteres und flexibleres Energiebetriebssystem für Deutschland auf“, erklärt Charlotte Johnson (Foto), General Manager of Flexibility bei Kraken. (aus Presseinfo)

  • Kanzler Merz, Keine F-35-Atomwaffenträger-Kampfflugzeuge kaufen!!! ip
    § 140 StGB Belohnung und Billigung von Straftaten

    Wer eine der in § 138 Absatz 1 Nummer 2 bis 4 und 5 letzte Alternative oder in § 126 Absatz 1 genannten rechtswidrigen Taten oder eine rechtswidrige Tat nach § 176 Absatz 1 oder nach den §§ 176c und 176d
    1. belohnt, nachdem sie begangen oder in strafbarer Weise versucht worden ist, oder
    2. in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten eines Inhalts (§ 11 Absatz 3) billigt,
    wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
    § 138 Nichtanzeige geplanter Straftaten
    (1) Wer von dem Vorhaben oder der Ausführung
    […]
    5. eines Mordes (§ 211) oder Totschlags (§ 212) oder eines Völkermordes (§ 6 des Völkerstrafgesetzbuches) oder eines Verbrechens gegen die Menschlichkeit (§ 7 des Völkerstrafgesetzbuches) oder eines Kriegsverbrechens (§§ 8, 9, 10, 11 oder 12 des Völkerstrafgesetzbuches) oder eines Verbrechens der Aggression (§ 13 des Völkerstrafgesetzbuches),
    […]
    zu einer Zeit, zu der die Ausführung oder der Erfolg noch abgewendet werden kann, glaubhaft erfährt und es unterlässt, der Behörde oder dem Bedrohten rechtzeitig Anzeige zu machen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
    § 1 des Völkerstrafgesetzbuchs – Anwendungsbereich
    Dieses Gesetz gilt für alle in ihm bezeichneten Straftaten gegen das Völkerrecht, für Taten nach den §§ 6 bis 12 auch dann, wenn die Tat im Ausland begangen wurde und keinen Bezug zum Inland aufweist.
    Für Taten nach § 13, die im Ausland begangen wurden, gilt dieses Gesetz unabhängig vom Recht des Tatorts, wenn der Täter Deutscher ist oder die Tat sich gegen die Bundesrepublik Deutschland richtet.
    § 13 Verbrechen der Aggression
    (1) Wer einen Angriffskrieg führt oder eine sonstige Angriffshandlung begeht, die ihrer Art, ihrer Schwere und ihrem Umfang nach eine offenkundige Verletzung der Charta der Vereinten Nationen darstellt, wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft.
    (2) Wer einen Angriffskrieg oder eine sonstige Angriffshandlung im Sinne des Absatzes 1 plant, vorbereitet oder einleitet, wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe oder mit Freiheitsstrafe nicht unter zehn Jahren bestraft. Die Tat nach Satz 1 ist nur dann strafbar, wenn   
    1. der Angriffskrieg geführt oder die sonstige Angriffshandlung begangen worden ist oder

    2. durch sie die Gefahr eines Angriffskrieges oder einer sonstigen Angriffshandlung für die Bundesrepublik Deutschland herbeigeführt wird.

    (3) Eine Angriffshandlung ist die gegen die Souveränität, die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit der Charta der Vereinten Nationen unvereinbare Anwendung von Waffengewalt durch einen Staat.

    (4) Beteiligter einer Tat nach den Absätzen 1 und 2 kann nur sein, wer tatsächlich in der Lage ist, das politische oder militärische Handeln eines Staates zu kontrollieren oder zu lenken.

    (5) In minder schweren Fällen des Absatzes 2 ist die Strafe Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren. (Quelle: Oberlandesgericht Braunschweig)

  • 8. Juni Welttag der Ozeane: Phytoplankton im Meer produziert fast 70 Prozent des Sauerstoffs. Das Meer ist eine wichtige Nahrungsquelle für Milliarden von Menschen.

    Bremerhaven. Die Forschungsmuseen der Leibniz-Gemeinschaft geben bekannt: Der Welttag der Ozeane (World Ocean Day) findet jedes Jahr am 8. Juni statt. Dieses weltweite Ereignis würdigt die lebenswichtige Rolle der Meere und macht auf die dringende Notwendigkeit ihres Schutzes aufmerksam.

    Denn: Zwei Drittel der Erde sind von Wasser bedeckt. Im Deutschen Schifffahrtsmuseum (DSM) / Leibniz-Institut für Maritime Geschichte findet unter anderem Forschung zum Meer statt. Anlässlich des diesjährigen World Ocean Days erzählen dort Forschende, inwiefern ihre Forschung zum besseren Verständnis und Umgang mit dem Ozean beiträgt.

    Warum ist der Schutz unserer Meere so wichtig? Als Lebensraum bedecken die Meere über 70 Prozent des Planeten und sind Lebensraum für 80 Prozent der weltweiten Arten. Das Meer ist eine wichtige Sauerstoffquelle, denn das Phytoplankton im Meer produziert fast 70 Prozent des Sauerstoffs. Das Meer ist eine wichtige Nahrungsquelle für Milliarden von Menschen.

    Aktuell sind die Meere jedoch durch die globale Erwärmung, Plastikmüll und Überfischung massiv gefährdet. Es liegt in der Verantwortung aller Menschen, diese Ressourcen für künftige Generationen zu bewahren.

  • Wahrer Sound der City of Music ist das Armuts-Klingeln der Flaschensammler
    Klavier kaputt machen? ipfoto am Moritzwinkel 
    Hannover. Ein Klavier ist ein wunderbares Instrument, wenn es in einem Haushalt steht (wie beispielsweise in Korea üblich) und auch von Ungeübten liebevoll behandelt wird (lässt sich gegen Gebühr sogar leasen). 

    Im hinteren Teil es Hauptbahnhofs müht sich im Rahmen der Klavieraktion ein bezahlter Profi am Klavier ab. Aber in dem Lärm gehen die zarten Kompositionen von Yann Tiersen komplett unter... 
      
    Für die City of Music Hannover schlage ich hiermit andere Musikaktionen vor, gern auch gemeinsam mit den hannoverschen Kulturgewächsen Friedhelm Kändler und Maybebop. 
    Menschen haben bei der Arbeit Musik und Gesang entwickelt. Es gab immer Lieder für jede Gelegenheit, für abends, morgens, zu Feierlichkeiten, auch reichlich Bänkelgesang über Mariechen-Dramen (Aktuell 12.–14. Juni interaktive „Ausstellung über/gegen Femi(ni)zide“, Kö20 Nachbarschaftstreff (Königsworther Straße 20, Hannover).
    Wir sollten diese Tradition 2026 weiterführen und die öffentliche Outdoor-KlavierAktion wegen Vandalismus beenden. 
    Ich schlage eine Flaschensammler-Sinfonie vor, gern auch unter Beteiligung des Opernhauses, ein Opernsänger könnte als Professor Dr. PFAND durchs Programm führen (alle Rechte bei mir, all rights reserved). Das Armuts-Klingeln der Flaschen gehört doch zum Alltag der Städte und ist es wert, kompositorisch bearbeitet zu werden!!! ip

  • Presseinfo von 2014 zeigt die tiefen Verbindungen der Blackrockzentrale mit der Medizinischen Hochschule Hannover: Plastik und Gehirnschnittstellen

    Hannover. Blackrock-Europazentrale in der AdenauerAllee 20 treibt Wachstum und neurowissenschaftliche Forschung von Blackrock Microsystems voran. ip

    SALT LAKE CITY (2. Dezember 2014) – An diesem Wochenende wurde die Eröffnung des neuen europäischen Hauptsitzes von Blackrock Microsystems LLC in Hannover per Handschlag besiegelt. Doch dies war kein gewöhnlicher Händedruck. Olaf Lies, der niedersächsische Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, ergriff die bionische Hand eines Amputierten, die von der deutschen Prothesenfirma Ottobock entwickelt und hergestellt worden war. Die revolutionäre Technologie von Blackrock, die Gehirn- und periphere neuronale Schnittstellen verbindet, ermöglicht die intuitive Steuerung solcher Prothesen der nächsten Generation.

    „Unsere neue Europazentrale unterstreicht unsere Position als weltweit führender Anbieter von Werkzeugen und Systemlösungen für Neurowissenschaften und neuronale Technik“, sagte Professor Dr. Florian Solzbacher, Präsident von Blackrock Microsystems. „Darüber hinaus wird unsere Nähe zum aufstrebenden Neurowissenschafts- und Technologiezentrum Hannover die Zusammenarbeit mit führenden Unternehmen aus verschiedensten Bereichen erleichtern – von der Prothesenentwicklung bis hin zu Cochlea-Implantaten.“

    Ottobock in Duderstadt am Harz gehört zu den ersten deutschen Partnern von Blackrock. Mit Näder (Gründer war Schwiegersohn von Otto Bock) erforschen die beiden Unternehmen in gemeinsamen Projekten Neuroprothesentechnologien. 

    Die Medizinische Hochschule Hannover ist ein weiterer Partner von Blackrock. Diese medizinische Fakultät ist führend im Bereich der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und arbeitet mit Blackrock zusammen, um Verbesserungen an Cochlea-Implantaten zu erforschen.

    Das Büro in Hannover ermöglicht es BlackRock, seine europäischen Kunden und Entwicklungspartner mit exzellentem lokalem Service und Support noch besser zu betreuen. Es wird die Entwicklung neuer polymerbasierter Geräte, modernster Elektroden, Datenerfassungssysteme und Gehirn-Computer-Schnittstellen für Neurowissenschaftler in ganz Europa beschleunigen. Als einziger globaler Distributor von FDA- und CE-zugelassenen Elektrodensystemen ist das Unternehmen besser denn je aufgestellt, um Klinikern und Forschern weltweit gerecht zu werden.

    „BlackRock ist eines der innovativsten Unternehmen im Bereich der neurowissenschaftlichen Technologien weltweit“, sagte Prof. Dr. med. Thomas Lenarz von der MHH. „Gemeinsam werden wir daran arbeiten, bahnbrechende neue Technologien und Behandlungen für Patienten mit Hörverlust und anderen beeinträchtigenden Erkrankungen zu entwickeln.“

    Über Blackrock Microsystems LLC

    Blackrock Microsystems mit Sitz in Salt Lake City wurde 2008 gegründet und ist heute weltweit führender Technologieanbieter in den Bereichen Neurowissenschaften, Neurotechnik und neuronale Prothesen. Die Technologie des Unternehmens bildet das Fundament weltweiter Innovationen bei Gehirn-Computer-Schnittstellen, implantierbaren bionischen Technologien und der Epilepsiediagnostik. blackrockneurotech.com

    Die MHH-Zeitschrift berichtete im Juli 2025 über den Besuch von Bundeskanzler Merz und Ministerpräsident Lies im Hause.

Ich = Ich + Du

Ich = Ich + Du

Jedes private Besitztum ist mit einer sozialen Hypothek belegt…

 

Von Unica Peters

 

Die hispanische Befreiungstheologin und Feministin Ada María Isasi-Díaz über „Solidarity – The Social Contract of the 21st Century“.

Prof. Isasi-Díaz verdeutlicht anhand der Leitwerte der französischen Revolution –liberté, égalité, fraternité die Notwendigkeit von Solidarität.

Der auf das Prinzip der Solidarität verweisende Wert der Brüderlichkeit ist laut Isasi-Díaz als einziger der drei Begriffe in unserer westlichen Welt nicht als Gesetz kodifiziert worden. Dabei ist Solidarität in Zeiten der Globalisierung unabdingbar, um Gerechtigkeit zu erreichen. Verstanden ist Solidarität hier als gemeinsame Verantwortung und gemeinsame Interessen. Bedürftige und Besitzende sind intrinsisch miteinander verbunden; Menschen sind soziale Wesen.

Wir gehen moralisch und auch wirtschaftlich zugrunde, wenn wir uns von den Menschen der „Dritten Welt“ nicht zum Nachdenken über unseren Lebensstandard herausfordern lassen. Zu ihnen stehen wir in einem beidseitigen Abhängigkeits-Verhältnis.

Wir tragen Verantwortung füreinander und haben Anspruch auf gegenseitige Unterstützung. Deswegen geht Solidarität ihrer Struktur nach deutlich über Wohltätigkeit hinaus, auch wenn Letztere nichts Schlechtes ist.

Solidarität bedeutet nicht, zu applaudieren, wenn Unterdrückte

für ihre Rechte kämpfen. Solidarität bedeutet, sich den kritischen

Anfragen und den Forderungen nach Unterstützung, mit denen

sie sich an uns Privilegierte wenden, zu stellen.

Dass die Armen und Schwachen dieser Welt solche Erwartungen

und Wünsche haben, beschrieb Ada María Isasi-Díaz am Beispiel

einiger katholischer Nonnen in einem ländlichen Teil Südamerikas,

die sie auf einer Reise besuchte.

Kurz vor der Abfahrt berichteten die Frauen, ihnen fehlten die Mittel,

um ihre jungen Schutzbefohlenen für die Schule auszurüsten.

Sie begnügten sich nicht damit, für ihr Engagement gelobt zu werden,

sondern sie baten Frau Isasi-Díaz, ihre persönlichen Möglichkeiten

der Unterstützung auszuschöpfen. Daraus wurde ein Spendenappell,

der einige Mittel einbrachte.

Das Entscheidende an der Situation war die gleichberechtigte Begegnung.

Spenden zu sammeln oder Protestbriefe zu schreiben ist kein Akt der

Güte und Muße, sondern das Eingeständnis, mit dem Rest der Welt verbunden zu sein.

Unser Ich ist nicht vollständig ohne ein Du.

Ohne unser Gegenüber sind wir nicht wir selbst.

Arme und unterdrückte Menschen existieren nicht unabhängig

von unserer Situation. Weil wir wir sind, sind sie sie.

Dabei gilt zu bedenken, dass Armut ein politisches Problem ist.

Wir haben uns unsere Privilegien nicht mit eigener Hand genommen.

Aber um wir selbst zu sein und uns selbst zu erkennen, müssen wir

uns unserer privilegierten Lebensumstände bewusst werden und

die Konsequenz daraus ziehen:

Wir sind moralisch dazu verpflichtet, Verantwortung für unseren

Reichtum zu übernehmen und uns für die Anliegen der Armen zu öffnen.

Die „Occupy“-Bewegung in den USA etwa hat die Diskussion über

den Kapitalismus verändert, und Frau Isasi-Díaz sympathisiert

mit der Idee einer „Occupy Faith“-Bewegung, die eine ähnliche

Gesellschaftskritik zugunsten eines fairen Miteinanders ins

Zentrum des christlichen Glaubens stellt.

Dem neoliberalen Trend der Privatisierung stellt sich

zum Beispiel die US-Finanzexpertin Elizabeth Warren entgegen,

die auch eine 2010 von Präsident Barack Obama bewilligte

Verbraucherschutzbehörde für Finanzprodukte durchsetzte.

Schließlich fahren auch Millionäre, die sich aufgrund ihrer

finanziellen Mittel als über staatliche Versorgungssysteme

erhaben fühlen, auf Straßen, die mit Steuergeldern finanziert wurden.

Frau Isasi-Díaz erwähnte in diesem Zusammenhang auch die

Äußerung Johannes Paul des II., jedes private Besitztum sei mit einer sozialen Hypothek belegt.

Wie soll nun eine Befreiung aussehen?

Eine gesunde, solidarische (Welt-)gesellschaft zeichnet sich

für die Vortragende aus durch „fullness of life“.

Dies entspricht dem, was Indigene in Südamerika unter

el buen vivir verstehen: Gut (als Adverb verstanden!) zu leben

bedeutet demnach, dass Menschen, Gemeinschaften und

die Natur in Harmonie leben, einander respektieren und keine Gewinne

auf Kosten der anderen Mitglieder der Gemeinschaft anstreben.

Auch im Königreich Bhutan setzt man dem Gewinnstreben

andere Werte entgehen: statt dem Bruttosozialprodukt

ist hier das aus vier Säulen und acht Indexen basierende Prinzip des

„Bruttosozialglücks“ Maßstab für Glück und Zufriedenheit.

Das Beispiel des nach westlichen Maßstäben wirtschaftlich

unter­entwickelten Königreichs Bhutan wirft außerdem

die Frage nach Sinn und Ziel von Entwicklungspolitik,

und Entwicklungszusammenarbeit als Alternative, auf.

Martha Nussbaum, Philosophin und Professorin

für Rechtswissenschaften und Ethik an der University of Chicago,

entwickelte in diesem Bereich in den 1980er Jahren gemeinsam

mit Amartya Sen den „Fähigkeiten-Ansatz“,

der Fähigkeiten (im Sinne von substantiellen Freiheiten wie einem

langen Leben, Beteiligung an wirtschaftlichen Transaktionen

und politischer Teilhabe) als konstitutive Bestandteile

von Entwicklung ansieht und Armut als Entzug von Fähigkeiten definiert.

Die von Isasi-Díaz aufgegriffenen Themen zeigen,

dass Solidarität auf der Ebene der Werte und Maßstäbe ansetzen muss.

Solidarität entsteht und wird notwendig, weil wir soziale Wesen sind.

Sie ist ein menschlicher, kein allein christlicher Wert.

Die anfangs erwähnte, beidseitige Beziehung zwischen

Angehörigen der Ersten und der Dritten Welt braucht

keine Intimität oder Vertrautheit, um funktionieren zu können.

Auch aus Gebieten, die weit von uns entfernt sind, erreichen

uns Botschaften, Ansprüche und Erwartungen.

Wir wissen um die Verknüpfungen unseres Wohlstandes

mit der Armut in der Welt. Wenn wir unserer Verantwortung

gerecht werden wollen, können wir

keinen „individuellen“ Weg gehen und uns

der beidseitigen Beziehung entziehen.

Aber auch in unterprivilegierten Gruppen entsteht

Solidarität nicht automatisch. Isasi-Díaz berichtete

hier von Latinas in den USA, die sich aufopfern,

um ihren Kindern den Besuch Oberschule oder

sogar der Universität zu ermöglichen.

Die nun gebildeteren Kinder schämen sich oft

für die Einfachheit ihrer Mütter, anstatt ihnen dankbar zu sein.

Als Einwanderer zweiter Generation meinen sie,

sich in die Erste Welt einkaufen und anpassen zu müssen.

Häufig entwickeln sie erst mit Heirat und Familiengründung

ein Bewusstsein dafür, dass ihre eigene Stellung

auf der Unterstützung der Müttergeneration beruht.

Im Sinne der Solidarität wäre es für diese jungen Amerikaner wichtig,

sich weiterhin in ihrer Herkunftsgemeinschaft verwurzelt zu sehen

und zu versuchen, dieses Prinzip der gegenseitigen Hilfe in ihrem

neuen gesellschaftlichen Umfeld zu etablieren.

 

Natürlich können wir nicht in allen Lebensbereichen gleichermaßen

Verantwortung für unsere Privilegien übernehmen und uns

solidarisch mit den sozial und wirtschaftlich Unterdrückten zeigen.

Aber wir können Schwerpunkte in einigen Bereichen setzen.

Auch unser Leben im materiellen Sinn zu vereinfachen kann helfen,

das „wir“ zu entdecken.

An dieser Stelle kommt eine wichtige Frage auf: Wie sollen

wir mit den Unterdrückern, den Reichen, umgehen?

Frau Isasi-Díaz stimmt zu, dass dies ein heikler Punkt sei.

Sie wies darauf hin, dass es auch unter den Superreichen Menschen gibt,

die sich in der Verantwortung sehen, etwa Warren Buffet und Bill und Melinda Gates,

die seit Jahren nicht nur die Zinsen, sondern auch die Substanz

ihres Vermögen in private Wohltätigkeitsstiftungen investieren.

Generell wird es aber wohl schwer sein, den Superreichen zu vermitteln,

dass sie den Rest der Gesellschaft (also sowohl uns als Mittelschicht,

als auch die Ärmsten) brauchen.

Ada María Isasi-Díaz bezeichnet sich denn auch ganz offen

als historische Utopistin, die fest an das „Wir“-Gefühl glaubt, weil sie es z.B. in indigenen Gemeinschaften erlebt hat.

Ada María Isasi-Díaz ist Prof. em. für Ethik und Theologie

an der Drew University, New Jersey.

Kontakt: aisasidi@drew.edu.

Homepage: http://users.drew.edu/aisasidi/.

Ihr neues Buch, das die im Vortrag vorgestellten Ideen entwickelt,

wird 2013 unter dem Titel Justicia:

A Reconciliatory Praxis of Care and Tenderness bei der Fortress Press erscheinen.


[2] http://en.wikipedia.org/wiki/Conacami, Abschnitt „Mission and Vision“,

[3] http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigreich_Bhutan,

Abschnitt „Wirtschaftliches Gefälle“, abgerufen ab 10.01.12.

Berichte über Bhutan gibt es laut Isasi-Díaz regelmäßig auf aljazeera.com.

[4] http://en.wikipedia.org/wiki/Martha_Nussbaum, Abschnitt „The Capability approach“,

Frau Isasi-Díaz empfiehlt hierzu auch Nussbaums 2000

bei der Cambridge University Press erschienenes Buch Women and Human Development.

Interview mit Klaus Theweleit über Elternzeit

Die Quadratur des Kreises:
Wenn die Eltern
gemeinsam arbeiten und erziehen…

 

Es herrscht eine große Unlust unter den jungen Leuten, Kinder zu bekommen. Immer mehr potentielle Eltern trauen sich Kindererziehung überhaupt nicht mehr zu und haben Angst vor beruflichen und finanziellen Einschränkungen. Einen der Nestoren in Sachen Gleichberechtigung, Klaus Theweleit, Verfasser des  Buches „Männerphantasien“ über die männliche Eroberungskultur (Piper-Verlag), der kürzlich einen viel beachteten Vortrag mit anschließender Diskussion in Hannover dazu hielt, befragte ich dazu, wie Monika Theweleit und er ihr Familienleben gestaltet haben.
Als neueres Beispiel gleichberechtigter Kindererziehung dient ja auch Arbeitsministerin von der Leyen mit 7 Kindern und mithelfendem Mann. Zum Schluss Informationen ihres Ministeriums dazu.

Ingeburg Peters: Wie hat sich der Rollentausch über die Jahrzehnte hin auf Ihre Beziehung ausgewirkt?
Theweleit: „Rollentausch“ ist nicht ganz richtig. Es handelt(e) sich um Arbeitsteilung. Meine Frau hat halbtags in der Kinder- und Jugendpsychiatrie gearbeitet, vormittags. Ich bin mit Sohn zu Hause geblieben und habe, so weit immer möglich, an meiner Dissertation gearbeitet. Regel dabei: das Kind geht vor.

Einer war immer für die Kinder da

Mittags habe ich gekocht; und das auch so beibehalten, als die Kinder (ein weiteres war dazugekommen) im Kindergarten und in der Schule waren. Nachmittags, wenn meine Frau zu Hause war, konnte ich die nötigen Bibliotheks-Besuche machen, Kopieren etc. oder auch mit den Kindern ins Schwimmbad gehen oder ähnliches. So war (mindestens) einer von uns immer für die Kinder da, manchmal auch beide. Seit die Kinder in Kindergarten bzw. Schule waren, lag meine tägliche sichere Zeit fürs Arbeiten zwischen morgens 8 Uhr (wenn alle aus dem Haus waren) und ca. 12 Uhr 30, wenn es Zeit fürs Kochen wurde. – wenn nicht eins der Kinder krank war und Arztbesuche anstanden. An den Wochenenden hat meine Frau überwiegend gekocht. Ich konnte etwas länger am Stück arbeiten. Abends dann meistens Besuche, Freunde, Kino oder ähnliches. Keine für abends eingeplante Arbeitszeit.

Zeiträume

diszipliniert nutzen

Diese Aufteilung der Arbeit mit den Kindern, Bringen zum und Abholen vom Kindergarten, Elternabende in der Schule, Anschauen der Hausaufgaben, Lernen mit den Kindern, wenn nötig, Kontakte mit anderen Eltern und den Freunden der Kinder,  und was sonst alles noch dazu gehört, haben wir 25 Jahre lang so praktiziert, dass größere Konflikte nicht entstanden. Ende der 70er Jahre begann meine Frau eine Ausbildung zur Psychoanalytikerin (DPV); das schloss eine mehrjährige Lehranalyse und abendliche Seminare ein; ich war dann zu Hause, was mir nicht sehr schwer fiel, da ich bis zu meinem 30. Lebensjahr so gut wie jeden Abend auswärts, in der Kneipe oder mit Freunden und Genossen verbracht habe; mein Bedarf in dieser Hinsicht also einigermaßen gedeckt war.
Weder hat die berufliche Weiterbildung meiner Frau, noch hat die Weiterentwicklung meines Schreibens unter den Arbeitsansprüchen des jeweils anderen gelitten.

Beide hatten ihre eigenen Bereiche

Eher im Gegenteil: zwar ist es unserer Meinung nach für eine solche funktionierende Arbeitsteilung unerlässlich, dass jede(r) seinen eigenen Bereich hat; die eigenen Kontakte und Freundschaften im eigenen Arbeitsbereich, wo der andere nichts hineinzureden hat.
Peters: Dennoch sind Sie der berühmtere Ehepartner geworden.
Theweleit: Im Lauf der 80er hat meine Frau neben der Kliniktätigkeit in eigener psychoanalytischer Praxis zu arbeiten begonnen; seit ca. 10 Jahren arbeitet sie nur noch selbstständig in ihrer Praxis. Umso schöner ist diese wechselseitige Selbstständigkeit, wenn beide Bereiche sich zusätzlich berühren bzw. überschneiden. So hat mein Schreiben, da zu großen Teilen psychoanalytisch ausgerichtet, immer von der Arbeit und den Kenntnissen meiner Frau profitiert. Konkret: sie ist die erste Leserin und Kritikerin der meisten meiner Texte (abgesehen von kleineren journalistischen Arbeiten, die manchmal auch so rausgehen). Während sie ebenso an den Weiterungen meiner Arbeit, besonders in den Kunstbereichen, partizipiert. Womit die Frage der „Berühmtheit“ angegangen wäre. Ich habe in meinen Büchern immer betont, dass meine spezifische Art zu Schreiben als ein Koprodukt aus unserer Art der Beziehung, nicht nur der intellektuellen, angesehen werden soll. Die Beziehung zu den Kindern eingeschlossen und die zu den Freunden auch (was manche Leser meiner Bücher „nervt“ – wozu immer die Erwähnung dieser Monika da; andere aber entsprechend anspricht). Denn: natürlich sind wir seit den frühen 70ern vorwiegend mit Leuten in Berührung (wenn auch seit Mitte der 80er nicht mehr in WG-artigen Wohnformen), die ein ähnliches Lebensmodell zu leben versuchen; also auf der Grundlage möglichster Gleichheit zwischen allen Beteiligten. Es gibt mehr solcher Menschen als man gemeinhin denkt (bzw. als das, was die Statistiken zu denken nahelegen). Diese Menschen leben allerdings in keiner Form irgendeiner öffentlichen Publicity.

Vergnügliches Lernen mit Kindern

Andererseits: mich hat es immer gewundert, dass nicht mehr Männer die Arbeit mit ihren Frauen entsprechend teilen. Es geht ja gar nicht darum, dass ein Teil für den anderen sein „öffentliches Leben“ total aufgibt; es geht durchaus für beide (auf den Pferdefuß komme ich gleich). Es sind auch nicht primär die beruflichen (angeblichen) Karrierehindernisse. Es sieht vielmehr so aus, dass ein Großteil der Männer seine etwas blöden Gratifikationen aus den jeweiligen Männerclubs, Sportclubs, Saufclubs, Raufclubs nicht aufgeben will – aus Angst, eine nähere Arbeits- und Lebensbeziehung zu ihren Frauen würde ihnen nichts Gleichwertiges bieten; so dass sie vor ihrer Männerhorde als irgendwie in ihrer Freiheit Beschnittene dastehen würden. Das hält Mann bei uns schlecht aus – und gibt sich mit den dürftigen (und oft auch konkurrenten und sehr neidischen) Pseudogratifikationen des allgemeinen Kerle-Vereins zufrieden. Tragisch (denn Männer sind in aller Regel nicht sehr freundlich untereinander)! Ihnen entgeht eine Menge, wovon sie nichts ahnen; besonders im engen Umgang mit Kindern, der für mich immer eine Quelle ständigen Lernens war; eines vergnüglichen Lernens.

Der Pferdefuß ist

die schlechte Rente

Der Pferdefuß? Nicht die Ungleichheit im »öffentlichen Bekanntsein«. Darauf war meine Frau nie scharf. Und ich reiße mich nicht um Talkshows. Der Nachteil liegt im Finanziellen. Halbtagsarbeit in der Klinik bedeutet: halbe Rente. Nicht bis 65 dort durchgearbeitet zu haben bedeutet: weitere Rentenminderung. Und Leben als Schriftsteller mit Künstlersozialkasse bedeutet: Rentenbeiträge auf unterster Stufe.
Von der Alterssicherung war bisher die Arbeitsteilung in der Kindererziehung in den meisten Fällen nachteilig, von der Arbeitsform her aber bestens.

 

Und hier der
neueste Stand der Rechtslage

Zur Berücksichtigung von

Kindererziehungszeiten

in der Rentenversicherung:

Zeiten der Kindererziehung nach § 56 Sechstes Buch Sozialgesetzbuch (SGB VI) führen für Mütter und Väter in der gesetzlichen Rentenversicherung zur Versicherungspflicht. Die Rentenbeiträge dafür werden nicht vom Versicherungspflichtigen, sondern vom Bund gezahlt.
Diese Zeiten wirken rentenbegründend und rentensteigernd wie Pflichtbeitragszeiten aufgrund einer Erwerbstätigkeit. Bei Geburten vor 1992 umfasst die Kindererziehungszeit ein Jahr, bei Geburten ab 1992 beträgt sie drei Jahre. Sie werden mit 100 Prozent des Durchschnittsentgeltes aller Versicherten im jeweiligen Erziehungsjahr bewertet.
Die Zeiten der Kindererziehung können selbst dann angerechnet werden, wenn die Eltern während dieser Zeit einem anderen Alterssicherungssystem angehört haben. Voraussetzung ist jedoch, dass sie in dem anderen Alterssicherungssystem nicht annähernd gleich berücksichtigt werden wie in der gesetzlichen Rentenversicherung. Von dieser neuen Regelung profitieren vor allem Mitglieder berufsständischer Versorgungseinrichtungen.
Anmerkung der Redaktion: Berufsständische Versorgung im engeren Sinne ist die auf einer gesetzlichen Pflichtmitgliedschaft beruhende Altersversorgung für kammerfähige freie Berufe (Ärzte, Apotheker, Architekten, Notare, Rechtsanwälte, Steuerberater beziehungsweise Steuerbevollmächtigte, Tierärzte, Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer, Zahnärzte sowie Psychologische Psychotherapeuten  und Ingenieure).
Die Kindererziehungszeit wird nur einem Elternteil zugeordnet – demjenigen, der das Kind überwiegend erzogen hat. Erziehen die Eltern ihr Kind gemeinsam, ohne dass der Erziehungsanteil eines Elternteils überwiegt, erhält grundsätzlich die Mutter die Kindererziehungszeit. Soll der Vater die Kindererziehungszeit erhalten, obwohl er das Kind nicht überwiegend erzieht, müssen sie für die Zukunft eine übereinstimmende gemeinsame Erklärung abgeben. Diese Erklärung kann auch rückwirkend, höchstens jedoch für zwei Kalendermonate, abgegeben werden.
Neben Beitragszeiten wegen Kindererziehung können Eltern auch sogenannte Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung nach § 57 SGB VI erhalten. Diese erleichtern den Zugang zu einer Rente. Die Berücksichtigungszeit für Kindererziehung beginnt mit dem Tag der Geburt und endet mit dem Monat der Vollendung des zehnten Lebensjahres des Kindes.
Kinderberücksichtigungszeiten werden wie Kindererziehungszeiten nur einem Elternteil zugeordnet – demjenigen, der das Kind überwiegend erzogen hat.